Ein wichtiger Beweggrund dafür sei der Erhalt des Denkmalstatus' für die fast 90 Jahre alte Fassade des Hauses, berichten die Mitorganisatoren Patrycja Tepper und Roland Semik. Ein polnischer Investor plane, aus dem Haus ein Einkaufszentrum zu machen. "Wir haben nichts dagegen", macht der Hobby-Historiker Semik deutlich. "Aber die Fassade soll erhalten bleiben, das ist unsere Meinung. Mit dem Filmfest wollen wir zeigen, dass wir nicht nur Vorbehalte haben, sondern selbst auch kreativ sind."
Mit dem Namen "No Piast" greifen die Organisatoren auf, was am Portal des Hauses noch zu lesen ist. Am ersten Tag sollen Filme aus den 20er-Jahren gezeigt werden, wie Patrycja Tepper ankündigt, am zweiten polnisches Nachkriegskino und schließlich internationale Filme. Ergänzend seien Diskussionsrunden und eine Ausstellung historischer Filmplakate, berichtet die angehende Kulturwissenschaftlerin, die sich neben dem Studium im Verein Institut für angewandte Geschichte engagiert. An der Festival-Organisation beteiligt ist unter anderem auch die Stiftung Kulturgüter mit Sitz in Slubice. Finanzielle Unterstützung gibt es von der Euroregion und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.
Mit dem Denkmalschutzstatus befasst sich inzwischen das Warschauer Kulturministerium. Vom Investor gibt es einen von der Stadt Slubice unterstützten Antrag auf dessen Aufhebung. Die Slubicer Aktivisten haben sich in dem Verfahren mit Gegenargumenten zu Wort gemeldet und hoffen auf eine Entscheidung noch im Laufe dieses Jahres. Roland Semik ist verhalten optimistisch. Bei einem Vor-Ort-Termin sei deutlich geworden, dass Fachleute die Ansicht der Abrissgegner teilen. Neben der heutigen Grundschule in der ul. Wojska Polskiego stehe nur noch die Fassade auf der Slubicer Denkmalliste, berichtet er und fügt hinzu: "Man muss doch retten, was geblieben ist."