Barber kannte Hannelore Neumann-Tachilzik, seit sie 1964 nach Frankfurt kam. Frisch von der Dresdener Kunsthochschule wurden sie und ihr damaliger Mann Manfred Neumann von dem Bezirk angeworben. "Als junge Leute haben wir versucht, hier etwas zu bewirken", erinnert sich Manfred Neumann an die Anfangsjahre. Künstlerische Dokumente dieser Zeit zeigen das imposante Treppenhaus ihres ersten Ateliers an der Karl-Marx-Straße 154 - ein Haus, das heute nicht mehr steht. Auch den Jungen Bernd, der unter ärmlichen Bedingungen mit seiner Mutter und Geschwistern unter dem Dach des Hauses lebte, hat Hannelore Neumann-Tachilzik porträtiert. Historisch interessant ist eine Lithografie von Ravi Shankar, der 1972 in Frankfurt auftrat, oder das zerfurchte Gesicht des letzten Binnenschiffers von Frankfurt, den die Künstlerin "Arbeiterveteran" nannte.
Künstlerkollegen sind auf den Zeichnungen, Drucken und Aquarellen genauso zu finden, wie Arbeiter oder Kinder. Vor allem in den Jahren nach der Wende entstanden Kinder-Porträts bei Kunstkursen, die die Künstlerin unter anderem im Mikado gab. Sie strahlen in einer zarten Farbigkeit von den Wänden der Galerie B. Gleich daneben hängt ein Bild, dass vor allem Jürgen Barber am Herzen liegt. Es zeigt Pappeln am Winterhafen. "Dort habe ich sie zuletzt immer noch auf der Bank sitzen sehen", sagt er und betrachtet das Aquarell. "Diese schöne Stille, die da immer herrscht", sagt er über die Bilder und dass sie eine Malweise zeigen, die es heute gar nicht mehr gebe.
Vernissage am Donnerstag, 19.30 Uhr in der Galerie B, Lindenstraße 4