Im vergangenen Juli war die Satzung von den Stadtverordneten auch aus diesem Grund bis Ende 2015 vorläufig gestrichen worden. Ab 1. Januar gilt sie rein formal wieder. Wann sie erhoben wird, ist Lebrenz zufolge jedoch unklar. Ziel sei es nach wie vor, die Steuer zu erheben. Vorher müsste jedoch geklärt werden, welche Einnahmen damit erzielt werden könnten, das heißt, ob sich der mit der Erhebung verbundene Aufwand für die Stadt lohnt oder am Ende sogar noch draufgezahlt werden müsste. "Um das herauszufinden, hat unsere Kämmerei schon Gespräche mit der Kämmerei Cottbus geführt. Denn in Cottbus wird diese Steuer bereits erhoben", erklärt Martin Lebrenz. Kämmerin Corinna Schubert erhoffe sich von den dort gemachten Erfahrungen Rückschlüsse darauf, ob die angenommenen Zahlen für Frankfurt realistisch sind. Die Stadt war bei ihrer Kalkulation davon ausgegangen, dass von den einst mehr als 3000 registrierten Zweitwohnungen in Frankfurt 200 steuerpflichtig sind. Bei zehn Prozent Steuer, die bei einer angenommenen monatlichen Nettokaltmiete von 300 Euro eingezogen werden dürften, würden sich so jährlich 72 000 Euro erlösen lassen. "Doch diese Annahme könnte von der Realität abweichen, denn viele Zweitwohnungsbesitzer könnten ihre Wohnung ja bereits aufgegeben haben. Da wollen wir auf die Erkenntnisse auf Cottbus zurückgreifen", sagt Lebrenz. Wenn die Prüfung ergebe, dass Frankfurt mit der Steuer Mehreinnahmen erzielen könnte, würden auch die personellen Voraussetzungen in der Kämmerei geschaffen. Lebrenz spricht von einer Stelle.
Die Entscheidung, eine Zweitwohnungssteuer einzuführen, hatten die Stadtverordneten bereits im Mai 2014 getroffen. Sie waren damit einer Vorgabe des Landes nachgekommen. Das Land hatte gefordert, dass die finanziell stark angeschlagene Stadt ihre Einnahmemöglichkeiten unter anderem mit der Erhebung einer solchen Steuer voll ausschöpfen müsse. Außer den möglichen Mehreinnahmen könnte es für die Stadt einen weiteren positiven Effekt geben. Durch die Steuer könnten sich mehr Menschen entschließen, ihren Hauptwohnsitz nach Frankfurt zu verlegen.