Insgesamt sind derzeit an der Viadrina Gaststudenten aus 44 Nationen vertreten. "Aus einigen Ländern ist nur ein Student an der Viadrina, die wollen dann oftmals allein keinen eigenen Stand", erklärt Bernd Schünow die Diskrepanz. Ansonsten ist dieser außerordentliche Feiertag durchaus beliebt. "Ich brauche nur zu sagen, dass wieder International-Day ist, und die Studierenden geben wirklich alles", freut sich Bernd Schünow, der Koordinator für die Gaststudenten ist.
International Day Viadrina

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Jedes Jahr empfängt die Viadrina etwa 400 Austauschstudenten, die hier nicht ihr reguläres Studium absolvieren, sondern für ein bis zwei Semester an der Uni lernen. Die überwiegende Anzahl kommt aus den Wirtschaftswissenschaften, gefolgt von den Kulturwissenschaften und den Rechtswissenschaften.
Beim Nationenranking verschiebt sich immer mal wieder etwas, die Großen bleiben aber fast immer gleich, erklärt Bernd Schünow. In diesem Semester führt die Türkei mit 36 Gaststudenten die Liste an, gefolgt von Frankreich und Russland. Danach folgen Polen und Italien. Im Gegensatz zu einem Großteil der regulären Studierenden leben die Gaststudenten auch in der Oderstadt. "Zu etwa 96 Prozent beziehen sie in Frankfurt ein Zimmer", weiß der Koordinator. "Fast alle fühlen sich hier sehr wohl", ist seine Erfahrung.
Lediglich die Sprachbarrieren außerhalb der Viadrina sind manchmal etwas problematisch. Hauptsächlich sprechen die Gaststudenten Englisch, was in der Uni kein Problem ist, aber außerhalb, weiß der Koordinator. "Zum Glück brauchen sie keine Fahrkarten zu kaufen, weil sie mit dem Studentenausweis ohne Ticket fahren können", lacht er. "Alle Fahrkartenautomaten sind in Deutsch und Polnisch beschriftet, aber nicht in Englisch", hat er bemerkt.

Einige kommen später wieder

Gelegentlich kommt es auch vor, dass ehemalige Gaststudenten an die Viadrina wechseln und dort ihr reguläres Studium fortsetzen. "Wir forcieren das natürlich nicht", sagt Bernd Schünow, "das wäre unfair gegenüber den Partnerunis. Allerdings sehe ich das durchaus als Qualitätsmerkmal". Melissa Kirgil etwa kommt aus der Türkei, war einst Gaststudentin und studiert jetzt regulär hier. "Es ist wirklich gut", freut sie sich. Auch sie wohnt in Frankfurt. Wohnen in Frankfurt und ab und an zur Party nach Berlin, das ist für die Studierenden kein Problem. "Die Istanbuler brauchen durch ihre Stadt länger, da wäre Frankfurt noch im Randgebiet", relativiert Bernd Schünow die Entfernung.