"Uns war schon seit längerem klar, dass wir 2014 ein Platzproblem bekommen werden", erklärt Schulleiterin Anke Adolph. 206 Schüler besuchen die Einrichtung derzeit, und ab Ende August sind es noch ein paar mehr. Denn zum vorerst letzten Mal wird am kommenden Mittwoch, dem letzten Schultag, eine einzügige sechste Klasse verabschiedet. "Ab dem nächsten Jahr sind wir dann komplett zweizügig", sagt Anke Adolph.
Die Grundschule stößt angesichts der konstant hohen Nachfrage also an ihre räumlichen Grenzen. Doch eine Erweiterung soll nun Abhilfe schaffen. Vor kurzem gab der Träger - die Schulstiftung der Evangelischen Grundschule Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz - dafür grünes Licht.
Geplant ist ein dreigeschossiger Anbau auf rund 400 Quadratmetern Grundfläche. Er soll dort an das bestehende Gebäude anschließen, wo sich der Bolzplatz befindet. In das Sockelgeschoss der Erweiterung zieht der Hort ein. Derzeit werden die Kinder an den Nachmittagen noch in Räumen in der Bergstraße betreut. Dass nun zusammenkommt, was zusammengehört, freut Anke Adolph ganz besonders. "Erzieher und Lehrer arbeiten ohnehin schon sehr eng miteinander zusammen. Jetzt werden Hort und Schule auch räumlich vernetzt."
Für das darüber befindliche Erdgeschoss sind mehrere Unterrichtsräume geplant. Von dem zusätzlichen Raumangebot profitieren vor allem das Fach Musik und die Naturwissenschaften. Im Obergeschoss dürfen sich die Schüler auf eine 110 Quadratmeter große Mensa freuen.
Mit der Erweiterung können darüber hinaus dank Fahrstuhl und Rampen bald auch Kinder mit Handicap an der Luisenstraße beschult werden, die Einrichtung wird also inklusiv ertüchtigt. "Dazu hatten wir bereits einige Anfragen und können nun bald auch Kinder mit körperlicher Beeinträchtigung aufnehmen", berichtet Anke Adolph.
Die Außenanlagen werden ebenso umgestaltet. So soll der mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II gebaute Bolzplatz zurück- und ein paar Meter weiter wieder aufgebaut werden. Um auch weiterhin genügend Platz für Schul- und Bibelgarten sowie Spielgeräte zu haben, verhandelt die Schulstiftung zudem noch mit der Stadt über den Ankauf einer Fläche, die an das Schulgelände angrenzt.
Bereits in diesen Sommerferien bekommt das 97 Jahre alte Bestandsgebäude eine neue Gasheizungsanlage. Die Ausschreibungen für den Erweiterungsbau beginnen im Herbst. "Wenn das Wetter es zulässt, wird ab Januar gebaut. Geplant ist, dass der Hort zum Schuljahr 2015/2016 in den Anbau umzieht", sagt Anke Adolph. Sie verspricht, dass man versuchen werde, die Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten für die Kinder so gering wie möglich zu halten.
Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 1,9 Millionen Euro, die von der Schulstiftung getragen werden. Mit Benefizkonzerten, Spendensammlungen und anderen Aktionen will aber auch die Schule selbst einen Betrag von 10 000 Euro für die Ausstattung beisteuern.
Die evangelische Grundschule in Frankfurt gibt es seit 2001. 2002 bezog sie das Schulgebäude in der Luisenstraße 25d. Seit 2006 ist die Einrichtung in Trägerschaft der Schulstiftung.