Sie heißen "Princess Jasmine", "English Breakfast" und "Happy Fruits", bestehen ausschließlich aus Zutaten aus biologischem Anbau, befinden sich in vollständig kompostierbaren Behältnissen und werden von einem jungen Frankfurter Unternehmen hergestellt: die Teekapseln der Unicaps GmbH. Seit Mittwoch gibt es die Kapseln in 16 selbst kreierten Sorten Tees und Teemischungen, deren Verpackungen ein echter Hingucker sind, zu kaufen - im unternehmenseigenen Internetshop. Schon bald aber werden sie auch im Einzelhandel zu haben sein, verspricht Dirk N. Tillmann. "Mit Rewe West hat eine erste große Supermarkt-Kette unsere Kapseln bereits gelistet."
Im September 2016 hat der gebürtige Dortmunder, der seit vier Jahren in Zürich lebt, die Unicaps GmbH mit Sitz in Landshut gegründet. Im März dieses Jahres ist der Sitz des Unternehmens von Bayern nach Frankfurt verlegt worden. Warum? "Weil wir hier unsere Produktionsstätte aufbauen", sagt der Firmengründer und Geschäftsführer. Er habe lange nach einem passenden Standort gesucht, erzählt er. "Einen Standort, an dem wir als Start-up wachsen können, wo wir eine gut ausgestattete Halle mit passender Größe zu einem günstigen Preis anmieten können und der gut an die Autobahn angebunden ist."
Einen solchen Standort hat er schließlich mit der einstigen Odersun-Halle im Frankfurter Technologiepark gefunden. "Wir haben uns auch in Süddeutschland umgesehen", sagt der 44-Jährige, "doch die Konditionen sind hier einfach besser." Ein wichtiges Kriterium sei für ihn gewesen, dass die Region als strukturschwaches Gebiet gelte und es deshalb für Investoren "Fördermöglichkeiten und Unterstützung gibt, die wir anderswo nicht bekommen hätten". Und schließlich hätten die Investorcenter Ostbrandenburg GmbH und die Stadt Frankfurt mit Oberbürgermeister Martin Wilke an der Spitze die Ansiedlung "wirklich großartig unterstützt".
Unterstützung bekommt das Unternehmen beim Aufbau seiner Produktionsstätte auch von der EU. Mit 650 000 Euro fördere diese die 4 Millionen Euro schwere Investition, erläutert Dirk N. Tillmann. Dazu kämen öffentliche Bürgschaften. Bis zu 30 Arbeitsplätze würden geschaffen - unter anderem in einem Labor zur Entwicklung neuer Teemischungen. 1,4 Millionen Euro kosteten allein die Maschinen.
Diese Maschinen werden ab Januar 2018 geliefert. Spätestens im Sommer sollen dann beide Produktionslinien laufen - eine für Teekapseln für "Nespresso"-Automaten, die andere für jene des Systems "Dolce Gusto". Bis dahin werden die Teekapseln in einer beauftragten Fabrik in Pilar, einer Stadt im Nordwesten Polens, wo seit acht Wochen für Unicaps gearbeitet wird, befüllt.
"Unser Anspruch ist es, exzellenten Tee ausschließlich aus hochwertigen Zutaten herzustellen, der in einem bequemen, standardisierten Verfahren in kurzer Zeit - nämlich in 30, 40 Sekunden - zubereitet werden kann", sagt der Unternehmer. Dafür habe sein Unternehmen ein spezielles Zerkleinerungsverfahren entwickelt. "Die Teeblätter werden an ihren natürlichen Sollbruchstellen aufgebrochen. Die Aromastoffe entfalten sich und setzen sich an den durch den Aufbruch vergrößerten Oberflächen der Tees ab und der Tee wird sofort aromadicht in den Kapseln verschlossen." Diese patentierte Aromatechnologie sei "unsere Kernkompetenz. Dank dieser werden die Inhaltsstoffe der Tees im Kapselautomaten in nur 30 Sekunden extrahiert."
Besonderen Wert habe man im Unternehmen, das biozertifiziert ist, von Anfang an auf den Umweltschutz gelegt, betont Dirk N. Tillmann. "Wir wissen, dass der Umweltaspekt der bei Kapseln am meisten diskutierte Aspekt ist." Deshalb würden weder Aluminium- noch Plastikkapseln verwendet, sondern nur solche, die vollständig biologisch abbaubar sind. Hergestellt werden diese aus Lignin - einem Reststoff der Papierproduktion.
Informationen: www.unicaps.eu, Internetshop: www.my-teacup.de
Will von Frankfurt aus den Markt erobern: Unicaps-Geschäftsführer Dirk N. Tillmann zeigt einige Teekapsel-Packungen.Foto: Michael Benk
Junger Unternehmer aus der Schweiz investiert 4 Millionen Euro in neue Fabrik / Internetshop ist gestartet
Teekapseln aus Lignin werden im Kompost vollständig biologisch abgebaut