„Es gibt einen Lärmaktionsplan und einen Luftreinhalteplan für Frankfurt. Aus gutem Grund“, sagt Hartmut Huwe, Geschäftsbereichsleiter Technik bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF). Mit ihrem Vorhaben, die Haltestelle am Technologie- und Gewerbecenter auszubauen, wolle die SVF zum Erreichen der in den Plänen festgelegten Ziele beitragen – und es Fahrgästen möglicherweise bequemer machen. „Wir wissen, dass der Bus vor allem von Fahrgästen aus Müllrose genutzt wird“, berichtet Hartmut Huwe. „Und wir wissen auch, dass sie gerade morgens in den Spitzenzeiten vor allem zu den Haltestellen Bahnhof und Kleist Forum wollen.“ Ziel der SVF sei es, dass diese Fahrgäste in Markendorf in die Straßenbahn umsteigen, so dass der Bus aus dem Landkreis Oder-Spree gar nicht erst in die Stadt hineinzufahren bräuchte. Für die SVF hätte das auch den Vorteil, dass die beengte Situation auf dem Bahnhofsvorplatz entspannt würde.
Das Thema soll an diesem Donnerstag erneut in der Arbeitsgruppe Nahverkehrsplan besprochen werden, wie Hartmut Huwe ankündigt. Darin arbeiten auch der Landkreis Oder-Spree und die Busverkehr Oder-Spree GmbH mit, mit beiden Gremien müsste das Vorhaben abgestimmt werden. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir uns einig werden“, sagt Hartmut Huwe.
Befürchtungen, dass mit dem veränderten Angebot Fahrgäste wegbleiben könnten, setzt die SVF eigene Erfahrungen aus der Vergangenheit entgegen. Weder bei Einstellung der Straßenbahnlinie 7 (die von Neuberesinchen nach Markendorf fuhr) noch bei der der Linie 6 (von Neuberesinchen zur Europa-Universität) seien die Fahrgastzahlen gesunken, berichtet Hartmut Huwe und hat eine ganz andere Vermutung: „Vielleicht kommen wir Fahrgästen sogar damit entgegen, wenn sie von Markendorf aus gleich die Straßenbahn nehmen könnten.“
Mit dem Projekt würde auch eine Vorgabe des Frankfurter Nahverkehrsplans erfüllt. Darin heißt es, dass Parallelverkehre auf Bus und Schiene langfristig abgebaut werden sollen. Hinzu kommt, dass es an der 1988 in Betrieb genommenen Haltestelle nach SVF-Angaben ohnehin Baubedarf gibt. Die für das Halbleiterwerk eröffnete Haltestelle mit vier Gleisen sei für heutige Bedürfnisse deutlich überdimensioniert, heißt es. Hinzu komme, dass sie nicht mehr dem heutigen Standard entspreche und dass die Bahnanlage dringend erneuert werden müsse. Die Kosten für das Projekt werden auf 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Die SVF rechnet mit einer 75-prozentigen Förderung von Land und Bund.