Tino Wesling und Max Triebke haben schon längst ihren Turm bezogen. „Bevor die ersten Badegäste ankommen, putzen wir unsere Räume, überprüfen Material und Ausrüstung“, erzählen die beiden 17-Jährigen, die ehrenamtlich als Rettungsschwimmer arbeiten. Heute dauert ihr Einsatz offiziell bis 19 Uhr. „Wir sind aber jeden Tag länger da, weil wir warten, bis die letzten Gäste den Strand verlassen“, sagt Max. Der strahlend rote Sockel des Turmes erleuchtet den Strand wie eine Rettungsboje, während das Motorboot der DLRG, mit dem die Rettungsschwimmer regelmäßig Streifen fahren, auf dem glitzernden See ruhig vor Anker liegt.
Dumpfe Bässe vom nahe gelegenen Autoscooter hallen zum Strand hinüber. Auch die Imbissbuden-Besitzer an der Strandpromenade bereiten sich auf einen heißen Tag vor. Schon jetzt riecht es nach Frittierfett, Bratwurst und Pommes.
Dicht neben dem Arbeitsplatz von Max und Tino faltet Familie Engel gegen 10.30 Uhr behutsam ihre karierte Decke auf. „Wir sind zum ersten Mal wieder hier seit der Wende“, erzählt Christine Engel, die mit ihrem Mann einmal einen Bungalow-Anhänger im Campingpark besessen hat. Früher seien sie sehr gern an die Helene gekommen. Der erste Eindruck ist ein positiver. „Es ist noch genauso gemütlich wie damals vor 20 Jahren“, schwärmt Bernd Engel. Nur die schönen Blumenbeete von früher, die fehlen, sagt seine Frau Christine und schiebt sich die rosa Sonnenbrille in ihr dunkelbraunes, kurzes Haar.
Kurz vor 11 Uhr gibt es den ersten Kaffee, die rote Thermoskanne stellt Bernd Engel zurück in einen alten abgegriffenen Weidenkorb. Ein nostalgisches Relikt aus DDR-Zeiten, das – gefüllt mit kleinen Köstlichkeiten – Familie Engel bei ihren Badeausflügen begleitet. Heute gibt es Pfirsich-Eistee und Gemüsepfanne zum Mittag. Selbstgemacht. „Das haben wir schon immer so gemacht. Wo wir sparen können, müssen wir ja nicht unnötig Geld ausgeben“, sagt Bernd Engel und rückt seine khakifarbene Schirmmütze zurecht. Die sengende Hitze, die sich langsam wie eine Käseglocke über den Strand senkt, stört Familie Engel nicht. „Wenn es zu heiß wird, gehen wir einfach in den Schatten“, sagt Christine Engel und springt in die kühlen Fluten.
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