In der Schweiz heißen alle Straßenbahnen Drämmli – Tram. Allein im 170 000 Einwohner zählenden Basel führt das weit verzweigte Transportsystem mit 384 Haltestellen den Nutzer von Drämmli und Bus rasch und bequem an jeden beliebigen Ort. Im 7,6-Minuten-Takt. Sogar über die Grenze bis nach Weil am Rhein in Deutschland und St. Louis in Frankreich. Nur zwischen den Rheinbrücken verkehren – wie vor 150 Jahren – die Fähren von einem Ufer des Rheins zum anderen.
Wie händeln die Baseler den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) grenzüberschreitend? Darüber informierten sich in dieser Woche Beigeordneter Markus Derling, Michael Ebermann als Chef der Stadtverkehrsgesellschaft und Slubices Bürgermeister Tomasz Ciszewicz, „denn es macht nur Sinn, auf beiden Seiten der Oder über eine gemeinsame Bus- oder Straßenbahnlinie zu diskutieren, wenn beide Seiten auch den gleichen Kenntnisstand haben“, meinte Derling am Freitag. Er bezeichnete die Fahrt an den Rhein als eine „hochinteressante Exkursion.“ Basel sei grenzüberschreitend „einen bedeutenden Schritt weiter als wir“. Die Baseler Verkehrs-Betriebe werden bis 2013 ihre Straßenbahnlinie 8 bis Weil am Rhein verlängern. Die zwei Kilometer lange Neubaustrecke kostet, einschließlich des Neubaus zweier Brücken, etwa ?90 Millionen Euro. Derling: „Die Schweizer nehmen viel Geld in die Hand. Neben EU-Geldern unterstützen auch beide Landesregierungen dieses Projekt.“ Beim grenzüberschreitenden ÖNPV an der Oder könne das nicht anders sein.
Michael Ebermann fiel in Basel das überdurchschnittlich hohe Beförderungsangebot auf. ?50 Prozent der Baseler würden den öffentlichen Nahverkehr nutzen. In Frankfurt sind es weniger als 30 Prozent, der Deutschland-Trend liegt um 25. Zu haben sei in Basel ein trinationales ?Ticket zu Sondertarifen für Fahrten auch nach Weil am Rhein und St. Louis. „Ähnlich wie in unserem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Später könnte Slubice hinzustoßen.“