„Frühgeborener bleibt man eigentlich lebenslang“, erklärt Cornelia Ast, Oberärztin in der Neonatologie, der Neugeborenenintensivstation im Klinikum. Dort trafen sich am Wochenende einige der Frühgeborenen der vergangenen fünf Jahre und ihre Familien. Zumeist müssen Frühgeborene auch nach der Pflege in der Neonatologie weiter betreut werden, um bleibende Schäden zu vermeiden. Die Station vermittelt die Familien dann weiter ans Sozialpädiatrische Zentrum, in dem Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen oder seelischen Entwicklungsstörungen behandelt werden.
So war das Treffen für viele Familien der etwa 90 Kinder am Sonnabend ein Wiedersehen. „Das war toll“, zeigt sich Cornelia Ast zufrieden, „und wurde sehr gut angenommen.“ Die Kinder ließen sich in der Cafeteria schminken und tobten sich beim Basteln aus, während sich Eltern und Klinikumpersonal austauschten. „Wir sind glücklich, dass die Kinder sich gut entwickelt haben“, erzählt die Oberärztin und freut sich besonders, dass einige der Kinder nach den fünf Jahren bereits regulär eingeschult werden konnten. Der Frühgeborenentag sei jedes Mal „eine Gaudi“, die Cafeteria sei wieder „krachend voll gewesen“.
Mit dabei waren auch zwei Kinder, die bereits in der 23. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Als frühgeboren gilt, wer vor der 37. Woche zur Welt kommt, erklärt Cornelia Ast. Davon gab es im vergangenen Jahr im Klinikum 132, darunter 23 besonders kleine Kinder. Sie wogen unter 1500 Gramm. Neugeborene, die nur so wenig Gewicht auf die Waage bringen, benötigen zum Beispiel eine Eins-zu-eins-Betreuung.
„Das ist eine kleine Zahl von Patienten“, sagt sie. Doch sie bräuchten oft lange Therapien und die Pflege sei kostenaufwendig. Das solle an solch einem Tag auch mal nach außen getragen werden. Ähnlich viele Frühgeborene wie vergangenes Jahr habe es auch in den Jahren davor gegeben, erzählt Cornelia Ast. „Die Zahl ist relativ konstant. Sieben bis zwölf Prozent der Neugeborenen sind Frühgeburten“, sagt sie. Allerdings: Frauen werden bei der Geburt älter, haben Krankheiten wie Diabetes oder wurden künstlich befruchtet. All das habe einen Anstieg der Frühgeborenenzahlen zur Folge. Nicht nur im Frankfurter Klinikum, sondern in ganz Europa, erzählt die Oberärztin.