Von der Gründerin und Vorsitzenden des Słubicer Vereins "Pomagamy" (dt. "Wir helfen") hatte sie bereits gehört. Kolek wird oft um Hilfe gebeten und es dauerte bis der Kontakt zustande kam. Um ihrem Neffen zu helfen, brauchte Dobkiewicz den Verein. Der nämlich besitzt die nötige Registrierung beim Innenministerium, um Spendensammlungen durchzuführen. Der Beauty Day lief dann wie von selbst. "Es war überwältigend", sagt Dobkiewicz. "Hundert Leute waren hier. Wir frisierten zu fünft von morgens früh bis zum letzten Kunden. Leute brachten Salate, Essen, Kaffee und Kuchen. Alle warteten geduldig bis sie drankamen und legten dann noch 100 Złoty drauf", erzählt sie. Abends um halb zwölf hatten sie 14 500 Złoty eingenommen. Ihr Neffe in Lodz konnte seine Reha beginnen.
Sylwia Dobkiewicz erzählt diese Geschichte während sie in ihrem Salon Strähnchen macht. Wurde damals ihrer Familie geholfen, hilft sie seither anderen. Am Sonntag veranstaltet die Friseurin zum dritten Mal einen solidarischen Beauty Day. Diesmal ist er dem 13-jährigen Hubert gewidmet. Der Junge hat bei einem Unfall seine Hand verloren, die Prothese kostet 210 000 Złoty (knapp 50 000  Euro). Dobkiewicz kennt die Familie.
Rund ein Dutzend Mitglieder hat der Verein "Pomagamy", meist Frauen, alles im Ehrenamt. Aber die Gemeinschaft der Helfenden ist viel größer. Viele Słubicer waren schon bei einem solidarischen Fitness-Picknick, einem Kinderfest oder auf einem Charity-Flohmarkt des Vereins. Oder jemand startet eine Online-Auktion, wo jene, die helfen wollen, Kleidungsstücke, Selbstgenähtes oder Weihnachtstannen und vieles mehr versteigern.
Meist aber sind es konkrete medizinische Notfälle, die die helfenden Frauen von "Pomagamy" auf den Plan rufen. In Deutschland mit seinem gut ausgestatteten Gesundheitswesen kann man sich schwer vorstellen, dass jemand mit der Diagnose Krebs oder mit einer anderen schweren Krankheit, nicht so schnell wie möglich die nötigen Behandlungen bekommt. In Polen sind neben der hohen Selbstbeteiligung lange Wartezeiten in staatlichen Krankenhäusern ein Problem. Privatkliniken können da lebensrettend sein. So erging es Mateusz, der mithilfe einer solchen Spendenaktion in Markendorf rasch die 30 000 Złoty teure Operation erhalten konnte, die er brauchte. Sogar Bürgermeister Mariusz Olejniczak beteiligte sich, bot seine Rasenmäher-Dienste an. "Wir versuchen uns immer etwas neues auszudenken und neue Leute einzubinden", sagt Dobkiewicz. Die Słubicer seien unheimlich hilfsbereit.
Die Friseurin würde gerne einmal etwas in Frankfurt machen. "Vielleicht möchte jemand eine Soli-Aktion im eigenen Salon starten?", schlägt sie vor. "Ich würde mitmachen."
Am Sonntag ab  9 Uhr bis zum letzten Kunden wird frisiert. Fünf Friseure und drei Kosmetikerinnen bieten ihre Dienste an. Auch Keratin-Haarkuren, Nagel-Design und japanische Gesichtsmassage sind möglich. "Man kann einen Termin machen oder vorbeikommen und warten bis man drankommt", sagt Dobkiewicz. Es wird Kaffee und einen Imbiss geben.
Beauty Day für Hubert, Salon "Avantgarde", Słubice, ul. Adama Asnyka 1A, hinter dem Intermarché. Sonntag ab 9 Uhr bis zum letzten Kunden.