Endgültig untergebracht: Die Slubfurt-Mediathek hat ihren Platz im Collegium Polonicum gefunden. Beim Neujahrempfang am Mittwochabend stellte der Verein das Projekt vor. Präsentiert wurde auch ein zweisprachiger Stadtplan.
Mehr als 60 Interessenten aus Deutschland und Polen drängten sich Mittwochabend in den Eingangsbereich der Bibliothek. Denn Vertreter des Vereins Slubfurt sowie Studierenden der Europa-Universität Viadrina präsentierten aktuelle grenzüberschreitende Ideen.
"Im Rahmen eines Seminars haben wir uns mit der Problematik Identität auseinandergesetzt. Dazu haben wir Grundschüler in Frankfurt und Slubice besucht und ihnen die Möglichkeit gegeben, ihr Slubfurt aufzuzeichnen", berichtete die 21 Jahre alte Kulturwissenschafts-Studentin Marie Günther. Die Kunstwerke von Schülern der Frankfurter Grundschule Mitte und den Slubicer Schülern der "Szokola Podstawowa Nr. 2" hängen nun in der extra zum Thema Slubfurt angelegten Mediathek im Collegium Polonicum einen Monat lang aus. "Ich war sehr überrascht über die große Offenheit der Drittklässler zum Leben dies- und jenseits der Oder", resümiert Roland Polanski, 26 Jahre alt.
Ob Marienkirche, McDonalds oder Park, beim Zeichnen wurden den Schülern keine Grenzen gesetzt. Um die Verbindung zwischen Frankfurt und Slubice aufzuzeigen, wurde auf allen Bildern eine Brücke symbolisiert. Auch der 26-jährige Michal Gawril ist einer der zehn Studierenden, die sich innerhalb des derzeit laufenden Wintersemesters mit Klischees und Stereotypen zwischen den Nachbarländern beschäftigen: "Die Arbeiten mit den Kindern hat großen Spaß gemacht und darüber hinaus habe ich erfreut festgestellt, dass die Neun- bis Zehnjährigen noch keine Vorurteile haben", berichtete er von seinen Erfahrungen.
Im weiteren Verlauf des Abends stellte der Slubfurt-Initiator Michael Kurzwelly die Mediathek im dritten Stock der Bibliothek vor. Verschiedene Musik-Kassetten, eine Sammlung deutsch-polnischer Literatur, aber auch Filme über die Geschichte und Gegenwart der grenzüberschreitenden Region laden Besucher zum Anschauen ein. "Derzeit gibt es circa 300 bis 400 Exemplare. Jeder kann dazu beitragen, den Bestand zu vergrößern, beispielsweise durch einen Gegenstand mit persönlichem Hintergrund", sagt Michael Kurzwelly.
Das Highlight der Veranstaltung wurde allerdings von Stephan Felsberg, dem Geschäftsführer des Instituts für angewandte Geschichte, vorgestellt: Ein kostenloser deutsch-polnischer Stadtplan sowie eine Broschüre mit dem Motto "Geschichte für alle!" (Historia dla wszystkich!). "Beispielsweise befindet sich das sehr westlich gelegene Informations- und Dokumentationszentrum der BSTU mit auf diesem Plan. Der Stadtplan hat so genannte "History Tips", diese sind mit Sternen gekennzeichnet und verweisen auf besondere Sehenswürdigkeiten", erklärt Stephan Felsberg.
Informationen im Internet unter: www.slubfurt.net; www.instytut.net