Die verbindende Buslinie ist eines von vielen grenzüberschreitenden Projekten, die Słubices scheidender Bürgermeister Tomasz Ciszewicz und Frankfurts Oberbürgermeister a.D. Martin Wilke gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Mit mehr als einer Million Fahrgäste, die sie seit Dezember 2012 genutzt haben, ist sie eine Erfolgsgeschichte. Nun hat Tomasz Ciszewicz dafür gesorgt, dass sie weiter geschrieben werden kann.
Er hat eine Vorlage in den Słubicer Stadtrat eingebracht, die die Finanzierung des Busses mittelfristig absichert und die am Donnerstag beschlossen worden ist. Damit sind 180.000 Złoty – das sind rund 40.000 Euro – sowohl im Haushalt 2019 als auch in den Folgejahren für das grenzüberschreitende Projekt vorgesehen. Der Beschluss ist Grundlage dafür, dass Tomasz Ciszewicz und der Geschäftsführer der Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) Christian Kuke den Vertrag über den Weiterbetrieb der Buslinie bis zum 30. September 2019 unterschreiben können.
Eine darüber hinausgehende Verlängerung ist aufgrund der komplizierten polnischen Rechtslage, die es Kommunen nicht gestattet Rechnungen über die Staatsgrenzen hinweg zu begleichen, nicht möglich. An der Finanzierung der Buslinie beteiligen sich außerdem die SVF und die Studenten der Europa-Universität Viadrina.
„Sein Engagement für den Erhalt der Buslinie ist Tomasz Ciszewicz hoch anzurechnen“, sagt Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke. Mit dem mehrjährigen Finanzplan habe er die notwendigen Rahmenbedingungen für die Zukunft geschaffen. Dennoch wertet es René Wilke als problematisch, dass eine notwendige Gesetzesänderung auf zentraler Ebene in Polen nicht in Sicht sei. Sein Dank gilt auch den Vertretern des Brandenburger Ministeriums für Justiz, Europa und Verbraucherschutz sowie des Bundesaußenministeriums, die die Partner bei ihren Verhandlungen mit  der Warschauer Regierung unterstützt haben.
Die gemeinsame Buslinie war vor fast sechs Jahren eingerichtet worden, nachdem sich die Pläne für eine Straßenbahnverbindung als unrealisierbar erwiesen hatten. Nach wie vor ist eine Mehrheit der Frankfurter gegen eine Anbindung Słubices an das Straßenbahnnetz. Das ergab eine Telefonumfrage, die das Märkische Medienhaus Ende 2017, zehn Jahre nach dem Wegfall der Grenzkontrollen, in Auftrag gegeben hatte. Dennoch gehört die 983 zu den stärksten Linien im Frankfurter Stadtverkehr überhaupt.