"Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Der Spaß steht im Vordergrund, aber der Turniersieg soll schon rauskommen", setzte Robert Kaberidis die Maßstäbe hoch beim vom HSC 2000 seit vielen Jahren organisierten City-Cup. Der Handballer bildete mit ehemaligen ESV-Aktiven die Stadtauswahl, spielt jetzt beim Grünheider SV und trifft in der Oberliga Oder-Spree auf seinen ehemaligen Vereinskameraden Sebastian Ackermann (SV 63 Brandenburg-West). Beide hatten wenig Probleme, sich zum Turnier aufeinander einzustellen. "Wir und die anderen spielen fast alle höherklassig, die Technik ist da, wir verstehen uns über die Jahre immer noch. Das ist wie ein Familientreffen", beschreibt der spätere Torschützenkönig Ackermann, während Kaberidis ergänzte: "Heute sind recht viele Zuschauer hier, das ist schön".
Das Publikum sich vom Ehrgeiz der Stadtauswahl mehrfach überzeugen, so im Turnierfinale gegen die jungen Damen des FHC, in dem sich die Männer mit 7:3 durchsetzten. Da zeigten sich die polnischen Männer von Stal Gorzow galanter. Sie überließen im Spiel um Platz 3 den HSC-Frauen beim 4:7 den Vortritt. Dass sie zurecht in der 2. polnischen Liga spielen (die nach Extraliga und 1. Liga die dritte ist), hatten sie zuvor eindrucksvoll mit ihrem ideenreichen und körperlich überlegenden Einsatz bewiesen, die Stadtauswahl herausgefordert und ebenso mehrfach Beifall für Aktionen geerntet.
"Wir lieben alle den Handball und je höher das Niveau, desto mehr gibt man", beschrieb Pawel Rafalski. Er ist ein ehemaliger Stal-Spieler, genau wie Krysztof Stupinski, Ryszard Patalas und Damian Stasiek. Das Trio war zum HSC gewechselt, hatte die Stal-Handballer eingeladen und spielte diesmal bei den einstigen Weggefährten. Weil es drei weitere HSC-Männer in die Stadtauswahl zog, hatte sich die 1. Mannschaft mit eigenen A-Junioren verstärkt. "Wir wollen unsere Jugend an den Männerbereich heranführen. Da ist das heute eine gute Aktion", begründete Torwart Gregor Menz.
Eine zusätzliche Trainingseinheit bot der City-Cup einmal mehr dem Drittligisten FHC. Schon am Morgen hatten die Mädchen um Coach Dietmar Schmidt trainiert. Bei allem Spaß am Spiel wollte der die Mädchen sportlich vorn sehen. "Sie sollten zeigen, was sie individuell an Leistungen bringen können. Da hat mir Svetlana Kresovic gefallen. Sie hat beim eins-zu-eins-Spiel gezeigt, dass sie es gut anwenden kann", so Schmidt, der wegen einiger erkrankter Spielerinnen mit Anne Lubetzki und Lisa Berger Hilfe vom HSC erhielt. Die freundschaftliche Mischung der Mannschaften war typisch an diesem Abend. So half der HSC auch dem HSV Münchberg/Buckow aus, der dank persönlicher Kontakte zu Frauen-Trainer Heiko Hillebrand erstmals beim Turnier dabei war. "Die Mädchen brauchen Bewegung, das Turnier passt gut in die Winterpause und ist für jede eine individuelle Herausforderung", hatte Buckows Trainer Kai Koszinski die Einladung gern angenommen.
Zu einem extra-Beifall der Spieler und Zuschauer kam Karl-Heinz Scholz, der es sich trotz seines 60. Geburtstages nicht nehmen ließ, in der 2. HSC-Mannschaft mitzuspielen und einige Tore erzielte. Über das neue Stones-Album, ein Stones-T-Shirt und ein Vereinsfoto freute sich Scholz sichtlich.