Nach umkämpften 60 Minuten war erst einmal Durchpusten angesagt bei den Gastgebern. Zig Mal hatte in der erwartet engen Partie die Führung gewechselt, die drei Tore beim Schlusspfiff waren tatsächlich der größte Vorsprung überhaupt. Aller Anfang ist schwer oder auch Ende gut, alles gut, so lautete das Fazit des sichtlich mitgenommenen Grünheider Chef-Coaches. "Der Motor ist schwer angelaufen", beschrieb es Tobias Matelicz.
Zwar hatte Linksaußen Phillip Hudewenz per Siebenmeter das 1:0 und damit erste Saisontor für den GSV erzielt, danach liefen die Gastgeber der Fortuna aber meist hinterher. Christian Schwerin erzielte die ersten drei Feldtore für die Neubrandenburger, später stellte sich die Grünheider Deckung aber besser auf seine Distanzwürfe ein. Auf der anderen Seite strahlten die Einheimischen aus dem Rückraum zu wenig Gefahr aus - auch ein Grund für den 10:12-Halbzeitstand.
In der Spielpause wird die Löcknitzhalle natürlich beschallt. Diesem Umstand war es zu verdanken, dass nichts von der Kabinenansprache des GSV-Trainers nach draußen drang. Wie laut sie war, wissen nur Matelicz und seine Spieler - deutlich war sie auf jeden Fall.
Jedenfalls erwischte die Mannschaft einen Blitzstart in die zweite Halbzeit, nach weniger als sechs Minuten hatten die Gastgeber aus dem Zwei-Tore-Rückstand eine 15:13-Führung gemacht. Aber es blieb eine enge Kiste, die Neubrandenburger ließen sich nicht abschütteln, im Gegenteil, beim 18:17 waren sie ihrerseits wieder vorn. Beide Trainer wechselten die Torhüter - bei den Grünheidern kam Patrick Petersen für Martin Pfefferkorn -, es hatte jetzt schon deutlich mehr Treffer gegeben als vor der Pause. Auffällig in dieser Phase aber auch die zahlreich gepfiffenen Offensivfouls auf beiden Seiten. Und: Beide Trainer kassierten eine Gelbe Karte - auch ein Beleg dafür, wie die spannende Partie die Nerven aller Beteiligten strapazierte.
GSV-Kapitän Toni Büttner war es, der mit viel Übersicht und guten Ballhandling mehr und mehr das Zepter übernahm, immer wieder seine Mitspieler einsetzte. Und dabei oft genug Franz Breu fand, der sich nach einigen Fehlversuchen zu Beginn zum erfolgreichsten Werfer aufschwang. Spätestens mit dem 24:22 knapp drei Minuten vor dem Ende hatte er seine Mannschaft auf die Siegerstraße gebracht. "Das erste Heimspiel gewonnen - das zählt. Die Umstellungen haben Wirkung gezeigt, es war in der zweiten Halbzeit eine deutliche Steigerung zu erkennen", zog Tobias Matelicz ein versöhnliches Fazit seiner Premiere. Und konnte durchpusten.
Grünheider SV: Pfefferkorn, Petersen - Breu 6, Büttner 4/2 Siebenmeter, Hudewenz 5/3, Stachowiak 1, Retschlag 1, Henow 1, Heine 3, Griebsch 4, Krzyzanowski, Klünder, Fink, Panzer