Der Frankfurter Nahverkehr schneidet bei einem Vergleich von 130 Städten in Deutschland, der Schweiz und Österreich im Mittelfeld ab. Das ist das Ergebnis einer Studie des Internetportals "ab-in-den-Urlaub.de". Die Fahrkartenpreise in Frankfurt liegen allerdings weit unter dem bundesweiten Durchschnitt.
Die Frankfurter Fahrgäste müssen für den Erwerb eines Fahrscheins weit weniger tief in die Tasche greifen als in anderen Städten in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. So kostet beispielsweise ein Tagesticket im Durchschnitt 4,91 Euro, in Frankfurt hingegen nur 2,70 Euro. Dennoch ist das Tagesticket insgesamt überall recht günstig zu haben. Wenngleich Vergleiche mit Großstädten schwierig sind, wird in der Studie darauf verwiesen, dass Bewohner und Touristen beispielsweise in Stockholm hingegen am meisten zahlen. Hier werden 12,48 Euro fällig. Berlin liegt mit 6,30 Euro auch klar über dem Durchschnitt. Aber auch ein normales Einzelticket mit 1,30 Euro in Frankfurt ist günstiger als beispielsweise 2,30 Euro in Lübeck.
Im Norden Deutschlands bezahlen laut dieser Studie die Benutzer des städtischen Nahverkehrs für einen Fahrschein am meisten. Im Süden hingegen fallen die Preise geringer aus. Außerdem sei dort das Serviceangebot insgesamt zufriedenstellender und touristenfreundlicher als bei den Nordlichtern. Zu diesem Ergebnis gelangt zumindest das internationale Reisebuchungsportal "ab-in-den-Urlaub.de", das nunmehr zum zweiten Mal den öffentlichen Nahverkehr in 130 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht hat. Für den Vergleich wurden außerdem die größten Städte weltweit einbezogen. Dabei interessierte insbesondere die Preisgestaltung von Einzel-, Tages- und Wochentickets. Zudem wurde bewertet wie touristenfreundlich die Angebote sind: Gibt es eine mehrsprachige Internetseite oder sind Tickets auch an Automaten und in den Fahrzeugen erhältlich? Unter Berücksichtigung all dieser Untersuchungskriterien landete die Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (SVF) im Mittelfeld.
Der Geschäftsführer der SVF, Michael Ebermann, zeigt sich erstaunt, dass sein Unternehmen nur im Mittelfeld rangiert. "Wir erhalten in anderen Studien regelmäßig Spitzenbewertungen und Auszeichnungen", sagt er. Obwohl Potsdam und Cottbus die gleiche Tarifstruktur besitzen wie Frankfurt, schnitten sie im Ranking besser ab. "Die Preise erhebt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Das ist also einheitlich geregelt", meint Ebermann.
Beim Blick auf die Vielsprachigkeit der Angebote, die ein wichtiges Kriterium innerhalb der Studie war, zeigt sich jedoch, dass es auf der Internetseite der Frankfurter Verkehrsgesellschaft keine Angaben in Polnisch oder Englisch gibt. "Die Beförderungs- und Tarifbestimmungen haben wir ins Polnische übersetzen lassen. Diese werden Anfang 2012 auf der Internetseite der SVF veröffentlicht", kündigt Ebermann an. Auch hinsichtlich der Automaten will man touristenfreundlicher werden. Diese sollen eine polnische Bedienmaske erhalten. Zudem seien die Mitarbeiter mit einem deutsch-polnischen Sprachführer ausgestattet, um im Bedarfsfalle eine Kommunikationshilfe zu haben.
In der Studie erhält Aalen (Baden-Württemberg) die schlechteste Bewertung. Gleich dahinter liegen Bonn und Flensburg. Jena und Leipzig sind die am schlechtesten bewerteten ostdeutschen Städte; Cottbus und Potsdam schneiden am besten ab.
Die Sprecherin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg GmbH, Elke Krokowski, bemängelt die Vergleichbarkeit der erhobenen Daten. "Es werden keine differenzierten Aussagen getroffen", so die Sprecherin. Das könnte die unterschiedliche Bewertung der Städte Frankfurt, Cottbus und Potsdam erklären.