Bis zu 3200 zusätzliche Fahrgäste könnten mit der Linie täglich über die Oder Frankfurts Straßenbahn nutzen. Zu diesem Ergebnis kommen die Gutachter in der von beiden Stadtverordnetenversammlungen in Auftrag gegebenen Studie. Die Gutachter empfehlen, das Projekt als europäisches Fördervorhaben anzumelden, hieß es am Montag bei der Präsentation des Papiers vor Frankfurter und Slubicer Stadtverordneten. Bei einer 85-prozentigen Förderung könne die Strecke nach Slubice jährlich 114 000 Euro einfahren – bei der Nord-Linie seien es 
431 000 Euro Verluste. Die Investitionskosten für die Slubicer Linie werden mit 10,5 Millionen Euro angegeben. Für die weitere Diskussion sei es wichtig, dass Stadtverordnete und Bürger über umfassende Sachinformationen verfügen, sagte Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos). Sein Slubicer Amtskollege Tomasz Ciszewicz sprach von einer Studie, die den Anfang für eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit beider Städte im ÖPNV bilden werden.
Im Gegensatz zur grenzüberschreitenden Linie – die Gutachter nennen das Projekt Viatram – könne der Bau einer Linie zum Spitzkrug jedoch nicht empfohlen werden, heißt es. Selbst wenn es dafür Fördermittel gebe, sei nicht damit zu rechnen, dass sich die Verbindung rechne. Bei der Tram nach Slubice sei es dagegen so, dass die Mehreinnahmen durch höhere Fahrgastzahlen den zusätzlichen Aufwand durch den Straßenbahnbetrieb ausgleichen könnten. Voraussetzung sei allerdings eine finanzielle Förderung der Straßenbahntrasse. Das Projekt sei aus Sicht der Gutachter „sehr gut dazu geeignet, es als EU-Förderprojekt zu etablieren.“ Die Experten schlagen vor, bereits für die weiteren Planungen zur Umsetzung des Vorhabens Förderprogramme zu nutzen. Weiter empfehlen sie die Erarbeitung eines deutsch-polnischen Nahverkehrsplan für Frankfurt und Slubice.
Im Gegensatz zu Frankfurt verfügt die Nachbarstadt Slubice bislang über kein Nahverkehrsnetz. Die jetzt vorgeschlagene Linie soll zum Heldenplatz führen und zurück zur Stadt-
brücke.
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