Unter den fünf Frauenmannschaften bestimmten die Gäste aus Swiebodzin das sportliche Niveau beim City-Cup des HSC 2000. Kein Wunder, möchte man meinen, spielt die Mannschaft doch in der 2. polnischen Liga, der dritthöchsten im Nachbarland. "Ja, wir wollen gewinnen, wie immer", formulierte Trainer Jan Kaniecki das Ziel des derzeitigen Tabellenzweiten, um hinterher zuschieben: "Weil viele krank sind, sind wir aber nur mit acht Mädchen hier, die bisher wenig Spielpraxis haben. Sie sollen üben." Die überwiegend junge Mannschaft setzte sich letztlich in allen Begegnungen gegen den HSC I und II, Rot-Weiß Friedland und die TSG Lübbenau durch und holte sich bei der Premiere gleich den City-Cup. Mit Magdalena Janecka stellte sie auch die beste Torschützin.
Für die polnischen Gäste war es nicht das erste Aufeinandertreffen mit den HSC-Handballerinnen. Die haben in ihren Reihen polnische Mitspielerinnen wie Anita Tumaszyk, die auch in Kowalow trainiert. Ihr Trainer dort kennt wiederum Jan Kaniecki, und so war der Kontakt nach Frankfurt zustande gekommen. "Wir hatten schon einige Trainingspiele hier. Jetzt sind wir an der Reihe, mal nach Swiebodzin zu fahren", erzählt Heiko Hillebrand.
Der Trainer der ersten Frauenmannschaft hatte für den City-Cup die Devise herausgegeben, den Spaß am Handball in den Vordergrund zu stellen. So liefen die Frauen auch mit weniger Spannung aufs Feld als gewohnt, setzten sich in der 15-minütigen Spielzeit gegen die Lübbenauer und den HSC II durch, spielten gegen Friedland unentschieden.
Im vereinsinternen Duell war die Kreisliga-Mannschaft sogar in Führung gegangen, ehe der Brandenburgligist zwischenzeitlich ein 7:3 herausspielte und 9:6 siegte. Das Resultat sei aber völlig zweitrangig, betonte Hillebrand. Der Klassenunterschied sollte nicht zu offensichtlich werden und so hieß es für sein Team: auf Unterzahl decken lassen, keine Konter, Spielzüge üben und psychisch Kraft tanken für die nicht minder schwere Rückrunde im Ligabetrieb.
Die nächsten Punktspiele, allerdings in der Verbandsliga Süd, hatten auch die Frauen vom SSV Rot Weiß Friedland im Blick, als sie die Einladung zum City-Cup deshalb gern annahmen. "Wir spielen wie die Lübbenauer schon am 6. Januar wieder. Da ist es gut, sich nach den Feiertagen etwas zu bewegen. Und wir haben eine weitere Möglichkeiten, in Zuspielen etwas auszuprobieren", begründete Betreuerin Sabine Schumann, die dank zehn mitgereister Spielerinnen nicht mit aufs Feld brauchte. "Bisher läuft es gut, wir haben zweimal gewonnen. Aber die schweren Brocken kommen ja noch", blieb sie zwischenzeitlich abwartend. Nach der 4:8-Niederlage gegen MUKS Swiebodzin und dem 6:6 gegen den HSC I bedeutete in der Gesamtbilanz ein Tor weniger als die Gastgeberinnen Platz 3.
Zufrieden blickte Heiko Hille-brand auf das gesamte Turnier. Er hatte sich kurzfristig um Spielpläne und Organisation gekümmert, als Vorstandsmitglied Detlef Meyer nach einem Unfall ausfiel. "Obwohl der FHC diesmal nicht dabei war, haben mich die vielen Zuschauer fast bis zum Schluss echt überrascht. Sie gaben dem Turnier einen würdigen Rahmen. Leider hatten höherklassige Männerteams abgesagt. Aber insgesamt hat es allen gefallen, die Polinnen haben gleich etwas auf ihrer Facebook-Seite gepostet. Wir planen 2018 den nächsten City-Cup", versprach er am Donnerstag.
Für den 41-Jährigen und seine Frauen war der Turnierabend in fröhlicher Runde zu Ende gegangen: "Wir haben noch unsere Weihnachtsfeier mit Schrottwichteln durchgeführt und sind als Letzte aus der Halle ..."