Die Müllroser Reserve-Mannschaft kam besser in die Partie und lag in der ersten Halbzeit fast durchgängig mit ein oder zwei Toren in Front. Der auffälligste Akteur auf der Platte war der 22-jährige Felix Preiß. Der Verbandsliga-Erfahrene erzielte mit 13 Toren genau die Hälfte der Gäste-Treffer. Später wurde der Rückraumspieler in Manndeckung genommen, was seinen Wirkungskreis einschränkte. Ganz auszuschalten war er freilich nicht. Die Frankfurter standen hingegen im ersten Spielanschnitt noch häufig neben sich und vergaben zudem ihre ersten drei Siebenmeter.
Erst nach dem Seitenwechsel wachten die Gastgeber auf und konnten in Überzahl mit 14:13 durch Matthias Richter erstmals in Führung gehen (34.). Mit mehr als zwei Toren konnte sich der HSC aber nicht absetzen. Der Knackpunkt des Spiels ereignete sich dann beim Stand von 24:23 vier Minuten vor dem Ende: HSG-Trainer Frank Zimmermann beschwerte sich zum wiederholten Male lautstark über eine Entscheidung des Schiedsrichtergespanns. Er erhielt dafür zunächst eine Zwei-Minuten-Strafe, legte 30 Sekunden später noch einmal verbal nach und wurde vom Spiel disqualifiziert – zusätzlich zur Roten auch mit der Blauen Karte, was einen schriftlichen Bericht nach sich zieht. Anschließend spielten die Oderstädter die Überzahl clever aus und siegten am Ende ungefährdet mit 28:26.
„Wir sind schlecht gestartet, haben die Müllroser aber dann mit unserer Manndeckung aus dem Konzept gebracht. Heute hätte jeder gewinnen können, allerdings hat der gegnerische Trainer seine Mannschaft durch seine Aktion unheimlich geschwächt“, fand HSC-Coach Reginal Lorenz klare Worte. Der Angesprochene wollte die Schuld nicht von sich weisen. „Es war ein emotionales Spiel, zu dem die Schiedsrichter ihr Übriges beigetragen haben. Ich bin dann irgendwann explodiert und habe mich über eine Schwalbe beschwert. Das darf nicht passieren, aber so bin ich einfach“, meinte Frank Zimmermann.