Für den HSC 2000 ist es ein echter Höhepunkt der laufenden Saison. Die Frauen von Trainer Michael Schuster sind erstmals bei dem Turnier dabei. Dabei hatten sie den längsten Weg von allen vier Mannschaften ins Final Four. Während die höherklassigen Teams erst in der 2. Runde einstiegen, mussten die Frankfurterinnen bereits vor der eigentlichen Punktspielsaison Anfang September ran – jedes Mal auswärts, jedes Mal erfolgreich. So führte der Weg in der 1. Runde über den Finowfurter SV (26:15) und den HSV Wildau (21:6), später siegte der HSC mit 30:19 beim ungeschlagenen Tabellenführer der Verbandsliga Nord Grünheider SV und schließlich mit 31:24 im Viertelfinale beim Tabellenzweiten der Brandenburgliga HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst. Vor allem diesen Sieg hatten sicher nur die wenigsten auf dem Zettel.
Angekommen unter den letzten vier Teams warten nun nur noch höherklassige Teams auf die Oderstädterinnen. Neben dem Stadtrivalen und großen Favoriten FHC gesellen sich noch der traditionsreiche MTV Altlandsberg und der aufstrebende HV Grün-Weiß Werder/Havel. Auf die letztgenannten treffen die HSC-Frauen im Halbfinale.
"Wir hätten gerne gegen jemand anderes gespielt", schmunzelt Co-Trainer Christopher Kranich beim Blick auf die Auslosung. "Werder hat einen richtigen Lauf in der Liga und die Pokalrunden sehr souverän gewonnen. Vor allem gegen die großgewachsenen Spielerinnen müssen wir uns was einfallen lassen."
Starke 18:8 Punkte und Platz 3 zur Halbserie bedeuten für die Blütenstädterinnen die beste Ausbeute seit ihrer Ligazugehörigkeit. Zuletzt konnte das Team von Trainer Lucas Schönebeck sogar vier Siege in Folge einfahren und den Abstand zu den Top 2 verkürzen. Somit ist die "Grüne Gang" seit Mitte November ungeschlagen und ist nicht nur deshalb der Geheimfavorit auf den Pokal.
Trotz der bevorstehenden Mammutaufgabe ist HSC-Trainer Michael Schuster vor allem stolz auf das bisher Erreichte im HVB-Pokal: "Mein Team hat es sich mit guten Leistungen in den ersten drei Runden verdient, bei dem Turnier dabei zu sein. Wir können unsere Chancen an dem Wochenende sehr gut einschätzen und gehen daher sehr demütig in die Spiele. Unabhängig vom sportlichen Ausgang hoffe ich, dass die Mädels es auch ein wenig genießen können und viele positive Eindrücke für den Ligabetrieb mitnehmen. Wir werden wie in allen anderen Runden nichts abschenken und versuchen die beste Leistung auf die Platte zu bringen."
Seit dem wirtschaftlich begründeten Rückzug der Frauenmannschaft des MTV 1860 Altlandsberg aus Liga drei vor gut einem halben Jahr gehören die zuletzt immer emotionalen wie zuschauerträchtigen Brandenburgduelle mit dem Frankfurter HC der Vergangenheit an. Nun kommt es im Halbfinale zu einer Neuauflage des Derbys, auch wenn dieses nunmehr unter recht ungleichen Vorzeichen stattfindet.
Denn während das ambitionierte Team von FHC-Trainer Dietmar Schmidt in der Nordstaffel der 3. Liga im Kampf um einen für die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga berechtigenden Startplatz noch gehörig mitmischt, stecken die Frauen aus dem Landkreis Märkisch-Oderland in der Oberliga Ostsee-Spree mitten im Abstiegskampf. Nur einen Sieg und drei Unentschieden konnte die Mannschaft von Trainer Ferenc Remes in 13 Ligaspielen bisher verbuchen und findet sich mit der dürftigen Ausbeute von nur fünf Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Zuletzt setzte es kurz vor Weihnachten eine herbe 17:37-Niederlage beim Rostocker HC.
Schmidt nimmt Gegner ernst
Immerhin gelang mit einem 26:21-Erfolg beim Brandenburgligisten HSC Potsdam der Einzug in die Pokalendrunde. Diese erreichte der FHC durch ein 44:15 beim SV 63 Brandenburg-West, zuvor gab es ein 39:18 beim SV Lok Rangsdorf. "Altlandsberg kann in einem solchen Spiel als Außenseiter nur gewinnen", weiß Dietmar Schmidt. "Wir nehmen den Gegner durchaus ernst und wollen zudem die Partien am Wochenende nutzen, um zur Vorbereitung auf die Rückrunde wieder in unseren Spielrhythmus zu kommen."

Drittliga-Spiel des FHCwird neu angesetzt

Das ausgefallene Spiel des Frankfurter HC beim SC Alstertal-Langenhorn muss neu angesetzt werden. Das Bundessportgericht hat den Einspruch der Hamburgerinnen gegen die Entscheidung der Spielleitenden Stelle der 3. Handball-Liga, das ausgefallene Spiel gegen den FHC neu anzusetzen, zurückgewiesen. Das Spiel konnte am 12. Oktober nicht wie geplant stattfinden, da die Oderstädterinnen wegen einer Autobahnsperrung mehrere Stunden im Stau gestanden hatten. Für die Neuansetzung der Partie muss nun ein Spieltermin gefunden werden. Das nächste Drittligaspiel des FHC findet am 11. Januar um 18 Uhr beim SV Henstedt-Ulzburg statt. mbr