Gerade haben die neuen Ausbildungsverhältnisse in vielen Betrieben begonnen, da endet beim Zoll schon fast die Bewerbungsfrist für das nächste Jahr. „Noch bis zum 30. September kann man Bewerbungen für den Beginn am 1. August 2021 abgeben“, sagt Astrid Pinz vom Hauptzollamt Frankfurt (Oder).

Rechtsfragen müssen Weg in den Kopf finden

Was aber erwartet diejenigen, die sich für eine Berufslaufbahn beim Zoll entscheiden? Melissa Schramma und Jessika Radon haben das erste Jahr der Ausbildung hinter sich und ziehen trotz Corona ein positives Fazit. „Es ist wirklich spannend“, sagen beide und auch abwechslungsreich. Allerdings machte das erste halbe Jahr den beiden dann doch zu schaffen. Die theoretische Ausbildung findet in Plessow statt. Idyllisch gelegen am See, leben die Zoll-Azubis hier für ein halbes Jahr in der Woche in eigenen Zimmern. Was sich vielleicht ein wenig wie Ferienlager anhört, ist es dann doch nicht. Mit Schule hat das Ganze gar nichts mehr zu tun, außer das man viel lernen muss. Besonders das Recht muss hier den Weg in die Köpfe finden. „Steuerrecht, Vollzugsrecht, Zollrecht“, zählt Jessika Radon einige der Fächer auf, für die man dann bereits im November die erste Vorprüfung schreiben muss. Im Januar folgen dann vier Klausuren, die bestanden werden müssen. „Zwar muss man nicht alles auswendig können, aber man muss wissen, wo es steht“, so Astrid Pinz.

Azubis sollten Freizeit auch zum Lernen nutzen

„Auch in diesem Jahr haben es einige Anwärter nicht geschafft, das erste halbe Jahr zu überstehen“. Man sollte die Freizeit auch zum Lernen nutzen, findet Jessika Radon. Für ihre Ausbildung beim Zoll kam das Nordlicht ins östliche Brandenburg und kann sich durchaus vorstellen zu bleiben. Melissa Schramma ist aus Kienbaum und freut sich, dass sie in der Nähe ihres Heimatdorfes arbeiten kann. Nach dem halben Jahr Theorie geht es dann in die Praxis und auch hier gibt es die verschiedenen Bereiche.

Bislang noch keine spektakulären Funde in der Praxis

Melissa Schramma wurde zunächst im Zollamt in Fürstenwalde eingesetzt. Hier landen die Pakete mit Waren, etwa aus China, deren Inhalt eventuell nicht ausreichend deklariert wurde. Spektakuläre Funde konnte sie noch nicht vorweisen. Das lag auch an Corona. Denn ab März war für die Zollanwärter komplett Schule zu Hause angesagt. „Wir haben Aufgaben bekommen, die wir in der Woche lösen und bis Ende der Woche abgeben mussten“, erzählen die beiden jungen Frauen.

Superstau brachte es sogar in die Tagesschau

Jessika Radons erste Station war die Zollabfertigung in Swiecko. „Das war schon spannend“, fand sie, „es ist genau das, was der Zoll schon immer macht. Eben Lkws kontrollieren, ob etwa die Frachtpapiere in Ordnung sind und das im Vier-Schichtsystem.“ Besonders in Erinnerung sei ihr zu Beginn der Corona-Krise der erste Tag der Grenzschließung nach Polen geblieben. Vorher hätten die Kollegen immer erzählt, wie es früher war, mit Staus bis nach Berlin „Ich konnte mir das nicht vorstellen und dann habe ich es selbst erlebt“, sagt Jessika Radon. Der Superstau hatte es gar bis in die Tagesschau geschafft.

Bewerberbogen wird meist vergessen, auszufüllen

Danach allerdings begann auch für sie die Heimarbeit. Derzeit ist Melissa Schramma bei der Kontrolleinheit Streife auf der Autobahn im Einsatz. Zu viele Zigaretten und illegale Feuerwerkskörper sind die üblichen Funde. Außerdem hat sie zum ersten Mal die Zoll-Uniform getragen. „Es sind tolle Kollegen und man fühlt sich im Einsatz sicher“, ist ihr Fazit. Jessika Radon ist derzeit in der Personalabteilung tätig und ist unter anderem für die Bewerbungsunterlagen verantwortlich, lacht sie. „Ein komisches Gefühl, wenn man sich erst im vorletzten Jahr selbst beworben hat“. Eine Entscheidung muss sie freilich nicht treffen. Denn es gibt ausführliche Einstellungstests. „Am meisten wird der vom Zoll vorgeschriebene Bewerberbogen vergessen“, mahnt sie die Bewerber.

Mehr Informationen auf der Zoll-Internetseite

Insgesamt dauert die Ausbildung im mittleren Dienst zwei Jahre, danach gibt es eine dreijährige Probezeit beim Zoll, sagt Astrid Pinz. Man kann sich auch für den höheren Dienst bewerben. Informationen gibt es in diesem Jahr online unter www.talent-im-einsatz.de oder auf der Zoll-Internetseite. Fragen können Bewerber auch per Mail an zoll-karriere.hza-ff@zoll.bund.de richten oder unter 0335/5631025 anrufen.