Laut dem Statischen Bundesamt in Wiesbaden ist das Heiraten in Brandenburg in der ersten Hälfte dieses Jahres deutlich zurückgegangen. Demnach gab es 800 Heiratswillige weniger als im ersten Halbjahr 2019. Insgesamt heirateten von Anfang des Jahres bis zum Monat Juni an die 5000 Paare (2019 waren es 5830) in Brandenburg. Diese vorläufigen Zahlen veröffentlichte das Statische Bundesamt am Montag.

COVID-19 hält Heiratswillige nicht auf

Etwas anders sehen die Zahlen für die Oderstadt aus: Hier bremste die Pandemie, speziell der Lockdown, anscheinend keine heiratswilligen Paare aus. „Corona schreckt nicht ab“, sagt Heike Ehresmann, Abteilungsleiterin des Frankfurter Standesamtes. 134 Trauungen wurden seit Januar bis zum 9. September vorgenommen (153 waren es im vergangenem Jahr bis Anfang September). „2019 waren es nur 20 Eheschließungen mehr. Dies hat nicht zwingend etwas mit der Pandemie zu tun“, weiß Ehresmann, die seit 2010 im Standesamt der Oderstadt arbeitet. „Es gab nur wenige Absagen aufgrund der Pandemie“, berichtet Ehresmann. Ganz genau gab es elf Verschiebungen.
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Rhinow

Sogar während des Lockdowns Hochzeiten

Diejenigen, die ihre Hochzeit für den Monat April abgesagt haben, hätten zeitnah um einen neuen Termin gebeten. Auch während des Lockdowns im Frühjahr wurde in Frankfurt geheiratet. So gab es 25 Eheschließungen im Zeitraum der Beschränkungen (März 2019 war es 19). Insgesamt 109 waren es seit März bis zum September. In dieser Zeit gab es für Paare einige grundlegende Einschränkungen bei der standesamtlichen Trauung: Geheiratet wurde ohne Gäste. Nur drei Leute, inklusive Standesbeamtin, waren zugelassen. Ende April und Anfang Mai konnten dann wieder mehr Gäste mit dabei sein. Die Begrenzung liegt seitdem bei 26 Gästen bei Trauungen in den Räumlichkeiten im Bolfrashaus.

Kontaktverfolgung auch bei Eheschließungen

Laut dem Standesamt gab es in Frankfurt (Oder) 2019 insgesamt an die 250 Eheschließungen. Diese Zahl sei auch für dieses Jahr, trotz Pandemie, zu erwarten. Grundsätzlich, so Ehresmann, variiere die Anzahl der Trauungen immer ein wenig. Momentan sind bis Ende des Jahres noch 32 (Stand Anfang September) geplant. Üblich seien auch relativ spontane Eheschließungen im Herbst und Winter. In der Oderstadt sind derzeit fünf Standesbeamte für Eheschließungen zuständig.
Wer jetzt heiratet, für den gibt es einiges zu beachten: Unter anderem muss eine Gästeliste vorab feststehen, diese beinhaltet alle grundlegenden Daten zur Kontaktverfolgung zwecks Corona. Am Tag der Hochzeit geht es nur mit Maske zu den Stühlen. Dann kann die Mund- und Nasenbedeckung abgenommen werden. Auch für das Hochzeitsfoto mit der ganzen Familie muss keine Maske getragen werden. Für die fünf Standesbeamten von Frankfurt (Oder) hat sich seit dem Ausbruch der Pandemie nur wenig verändert: „Die Gratulation von mir als Standesbeamtin erfolgt ohne Handschlag und mit Abstand“, sagt Ehresmann. „Es ist nicht so, dass die Eheschließungen aufgrund der Pandemie an Atmosphäre eingebüßt haben“, freut sich die Standesbeamtin.