Hallo Max, wer oder was ist Kesh eigentlich? Seid ihr das als Band oder du als Künstler?
Kesh bin ich, alias Max Meißner.  Nur bin ich einer der Rapper, der gern eine elfköpfige Band hinter sich hat. Ich liebe diesen Live-Charakter und die Art der handwerklichen Musik. Musikalisch ist es eine Mischung aus Funk und Rock – das alles zu meinen deutschen Raptexten. Am Sonnabend spielen wir mit der größten Besetzung, die wir haben: Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboard, Posaune, Saxophon, Trompete, dreimal Background Vocals und ich. Dazu kommen zwei Tänzer vom Tanzkreis Fürstenwalde und das musikalische Feuerwerk kann abgehen.
Wie kam der Name zustande?
Als ich 14 Jahre alt war und mit Rapmusik anfing, meinte ich zu meinem Dad, dass ich noch einen coolen Rappernamen bräuchte. Er meinte grinsend, ich solle mich MC Pleite nennen, weil ich nie Geld habe. Daraufhin drehte ich den Spieß um, überlegte mir so was wie Money oder Cash. Ich nahm Cash und tauschte das „C“ und das „a“ und packte ein „K“ und ein „e“ hin. Fertig war der Name Kesh.
„Kesh und Kizad starten durch“ heißt ein Artikel, der 2011 auf der MOZ-Jugendseite erschien. Kizad steht am Donnerstag ebenfalls auf der Helene Beach Bühne. Was hat sich seit damals für euch verändert?
Unglaublich viel. Kizad und ich haben uns getrennt, weil ich musikalisch mehr Instrumente haben und mit mehr Genres experimentieren wollte. Kizad  wollte eher dem Hip Hop in seiner Ursprungsform treu bleiben und hat sich meiner Meinung nach zum besten Rapper hier in der Umgebung entwickelt. Ich selbst würde mich gar nicht mehr als Rapper bezeichnen. Klar benutze ich das Stilmittel, aber ich seh mich eher als Musiker – nicht mehr und nicht weniger. Textlich  hat sich nicht soviel geändert, außer dass meine Texte mehr Tiefe haben, mehr ins Detail gehen als vor sieben Jahren.  Man hat mit 26 die ersten guten und auch schlechten Liebeserfahrungen gemacht. Sieht manches entspannter. So wie sich mein Leben verändert hat, wachsen auch meine Texte mit.
Du bist Frankfurter. Wie fühlt es sich an, den Festivalsonnabend in deiner Geburtsstadt zu eröffnen?
Geboren bin ich in Frankfurt, bis ich 14 war, bin ich in Fürstenwalde aufgewachsen und lebte dann bis ich 19 war in Wendisch Rietz. Ich liebe diese Region und will auch nirgendwo anders hin. Ich hoffe natürlich, irgendwann mal auf fette Tour zu gehen und viele, viele Festivals zu spielen. Doch ich brauche auch immer wieder meinen Hafen, mein Zuhause. Klar ist es ein unglaubliches Gefühl, auf diesem Festival zu spielen. Gerade weil es auch immer mehr gewachsen ist, so wie wir. Und viele der Organisatoren kennen mich und meinen Werdegang. Daher ist schon eine gewisse Verbundenheit da.
Welchen Stellenwert hat das Helene Beach Festival bei euch?
Ohne andere Gigs und Contests jetzt schlechter dastehen zu lassen, ist dennoch das HBF 2018 das größte überhaupt für uns. Es ist von der Größe echt ein Mammut und das kosten wir auch aus. Abgesehen davon ist aber jeder Auftritt für uns Gold wert und immer wieder was besonderes. Ich hoffe das behalten wir uns ewig bei. Im letzten Jahr durften wir in der Mercedes Benz Arena für die Eisbären Berlin auftreten. Das war schon sehr lange mein Traum, weil ich großer Eisbären-Fan bin. Und in diesem Jahr kommt halt das HBF. Für mich ganz persönlich ist es umso schöner, da ich vielleicht eines meiner großen Idole treffen könnte: Kool Savas. Ein Foto mit ihm und der Tag ist perfekt.
Ansonsten ziehe ich mir auf jeden Fall Chefboss und 187 Straßenbande rein. Ich muss dazu sagen, dass es für mich generell das erste richtig große Festival überhaupt wird. Ich habe immer gesagt, ich gehe erst dann auf ein großes Festival, wenn ich dort spiele. Hat ja geklappt.
Ihr seid, vor allem in Fürstenwalde, an vielen Aktionen beteiligt, aber wie weit kann man als Musiker in Brandenburg überhaupt kommen?
Ich denke, wir sind hier im Umkreis  schon ein wenig bekannter – aber es geht ja jetzt erst richtig los. Wenn mich Leute fragen, warum ausgerechnet ich das schaffen sollte, frage ich zurück: Warum nicht? Berlin ist voll mit Bands, Künstlern und Musikern... Deutschland zählt nach den USA und Großbritannien zum drittgrößten Musikmarkt. Ich denke, es ist immer überall schwer. Wir geben alles, aber nie auf.
Wo soll es für dich hingehen – soll die Musik ein nettes Hobby bleiben?
Niemals. Wenn es nur ein Hobby bleibt, dann wäre es sehr ärgerlich. Ich muss keine Millionen verdienen und muss nicht von jedem erkannt werden, aber ich will auf die großen Bühnen, Headliner sein, auf allen Festivals spielen und mit meiner Band überall hin touren. Wichtig ist mir, damit meine Brötchen zu verdienen und die Leute von meiner Musik überzeugen zu können. Das ist das Ziel.