Noch immer bietet der Bahnhofstunnel den trostlosen Anblick einer Großbaustelle, kann das Nadelöhr am Dresdener Platz lediglich von der Straßenbahn, dem Linienbus und den Fußgängern genutzt werden. Für den 1. März (ab 18 Uhr) bis zum 11. März (4 Uhr) kündigt Uwe Brettin die nächste Totalsperrung des Bahnhofstunnels an, weil in diesem Zeitraum Abrissarbeiten für die zweite Tunnelbauphase vorgenommen werden.
Zum 35-Millionen-Projekt gehören neben dem Bahnhofstunnel noch die Bahnüberführung in der Güldendorfer Straße und das Kreuzungsbauwerk Reppen in Höhe des Nussweges in Neuberesinchen.
Eigentlich sollte am 17. Dezember der geplante erste Gleisabschnitt, die Strecken von Frankfurt in Richtung Eisenhüttenstadt und Müllrose in Betrieb gehen. "Nachdem durch den milden Herbst alles wie am Schnürchen lief, brachte uns mehrwöchiger Dauerfrost seit dem 14. Dezember mächtig in Verzug, weil die Arbeiten eingestellt werden mussten", erläutert Uwe Brettin. Die Bauarbeiten, die eigentlich vom 14. bis 17. Dezember passieren sollten, mussten in der Zeit vom 11. bis 14. Januar nachgeholt werden. Damit liege man wieder im vorgesehenen Zeitlimit, sagt Brettin.
An der Eisenbahnbrücke in der Güldendorfer Straße werden laut Brettin derzeit Restleistungen durchgeführt, etwa der sogenannte straßenseitige Verbau, was aber keinerlei Einfluss auf den Bahnverkehr habe. Die Güldendorfer Straße bleibe weiterhin bis voraussichtlich 14. Juni 2014 für den Fahrzeugverkehr gesperrt.
Auch im dritten Bauabschnitt, dem Kreuzungsbauwerk Reppen, kam es witterungsbedingt zu einer einmonatigen Verzögerung, weil die Erd- und Schweißarbeiten zwischenzeitlich unterbrochen werden mussten.
Die internationale Bahnlinie wird hier eingleisig unterhalb des Kreuzungsbauwerks zum Güterbahnhof Oderbrücke (ehemals Grenzbahnhof) in Richtung Polen geführt. Oberhalb verläuft die Strecke nach Eisenhüttenstadt und Cottbus.
"Das alte Bauwerk wurde inzwischen abgerissen, das neue um zirka sieben Meter in der Breite nach Süden verschoben. Zudem musste die lichte Höhe der Bahnunterführung auf etwa sieben Meter erhöht werden. Das war notwendig, weil die Züge zuvor immer nur mit abgesenkten Stromabnehmer die Brücke durchfahren konnten, weil der Abschnitt zu tief angelegt war", erläutert Brettin.
Solange kein Frost kommt, gehen die Arbeiten zügig voran. Das treffe vor allem für die Schweißarbeiten an der Gleisanlage zu, weil hierbei bestimmte Temperaturbereiche eingehalten werden müssten.
Vorerst unterbrochen wurde zudem die Fertigstellung der 435 Meter langen Lärmschutzwand entlang der Bahnlinie Richtung Müllrose und Beeskow zwischen Güldendorfer Straße und Nussweg.