Gunhild Strauch erwartet etwa 600 Zuschauer und Teilnehmer. Einen besonderen Programmpunkt hervorzuheben fällt schwer. Allerdings haben sich mit Billinger und Schulz aus Düsseldorf auch Darsteller angekündigt, die schon viel überregionale Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten. Sie treten am Donnerstag um 19 Uhr in der Studiobühne auf.
Gleich am Eröffnungsabend überraschte und überzeugte Ellinor Ljungkvist aus Schweden, die in Berlin studiert, mit ihrer Performance "To carry on a Conversation". Unentwegt trug die zierliche Künstlerin ihren Bühnenpartner Ivo Serr über die Bühne, der wiederum unentwegt erzählte. Die gesprochene Sprache wird also physisch getragen.
Die Zuschauer quittierten die Schwerstarbeit der Künstlerin mit Anerkennung und Belustigung. Und lustig war es wirklich wie Ljungkvist ihren Partner über die Bühne hievte. Gunter Pleuger, begeistert applaudierend, erklärte nach der Vorstellung an seine Frau gelehnt: "So machen wir das jetzt auch zu Hause." Petra Paschinger, die sonst die künstlerischen Fäden im Kleist Forum in Händen hält, fiel es nicht schwer, diese für einige Tage abzugeben. "Wir fördern so den künstlerischen Nachwuchs und außerdem vertrauen wir auf die künstlerische Kreativität der jungen Theatermacher." Freilich stand sie hilfreich zur Seite, war aber aufgeregter, als wenn sie selbst etwas verantworte, gestand sie.
Für den Linken-Kreischef René Wilke ist das Festival ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. "Wo sonst können Studierende so ein Festival mit einer solchen Unterstützung auf die Beine stellen", meint er. "Die Studenten der Viadrina wachsen so auch an die Stadt".
Am Dienstag ging es mit insgesamt sieben Programmpunkten weiter. "Lass mich dein Lustobjekt sein", war einer davon. Im Medienkomplex lag dazu ein nackter junger Mann auf einem Bärenfell. Zuschauer durften den Raum nur einzeln betreten und wussten nicht, was sie erwartet. Sie konnten nun Anweisungen geben, was der Nackte tun soll. Idee der Performance ist, dass die Menschen viel mehr preisgeben durch die Anweisungen als durch die Nacktheit selbst, erklärt Maria Ullrich vom Unithea-Team.
Rüdiger Hahn meinte, als er wieder herauskam, "dass es einerseits eine sehr angenehme Atmosphäre war. Andererseits jedoch ist man mit der Situation etwas überfordert." Mit dem Start des Festivals zeigte sich Maria Ullrich am ersten vollständigen Theatertag sehr zufrieden. "Die Eröffnung war grandios. Es lagen Liebe und Humor in der Luft und auch heute ist es toll", meint sie am Dienstag und zeigt auf den zwischenzeitlich blauen Himmel. "Eigentlich sollte es heute regnen" meinte sie, "aber für unser Festival bleibt es schön."