In der Region ist die Anwaltssozietät nicht unbekannt. Nach Angaben der IG Metall war sie mit der Abwicklung des insolventen Polstermöbelwerks in Storkow (Oder-Spree) betraut. Gewerkschaftssekretär Siegfried Wied spricht von einer guten Zusammenarbeit mit White & Case.
Nach eigenen Angaben hat Undritz bisher rund 300 Unternehmen durch die Insolvenz geführt. Bei einer Vielzahl von Unternehmen sei es ihm gelungen, diese im Rahmen des Insolvenzverfahrens zu sanieren. Auch in Frankfurt sei das das Ziel. "Jetzt geht es zunächst darum, die komplexe Situation des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften zu analysieren", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter am Dienstag in Hamburg. "Unser zentrales Interesse liegt selbstverständlich darin, den Geschäftsbetrieb möglichst in allen Bereichen unverändert fortzuführen, die Arbeitsplätze zu sichern sowie die Kunden- und Lieferantenbeziehungen weiterhin aufrecht zu erhalten."
In Frankfurt, wo Freitagabend überraschend die Produktion gestoppt worden ist, müssten zunächst Gespräche unter anderem mit Vertretern der Politik geführt werden. Er wolle die Maschinen schnellstmöglich wieder hochfahren lassen, um die gut gefüllten Auftragsbücher der brandenburgischen Conergy-Tochtergesellschaft abzuarbeiten. "Wie auch Mitarbeiter und Betriebsrat streben wir die zeitnahe Wiederaufnahme der Modulfertigung an", sagte Undritz. Bei der Conergy-Tochtergesellschaft in Rangsdorf (Teltow-Fläming) - von dort bezieht das Frankfurter Werk die Gestelle für Solarmodule - laufe die Produktion weiter.
Die Juni-Gehälter bei Conergy sind nach Informationen der Arbeitsagentur regulär gezahlt worden. Ab Juli sollen die Löhne über Insolvenzgeld finanziert werden, das das Unternehmen bei der Agentur für Arbeit beantragen muss. Es wird für drei Monate gezahlt. In dieser Zeit solle ein Investor für das Frankfurter Werk gesucht werden, sagte Arbeitsagentur-Sprecher André Schulz am Dienstag.
Wenn das nicht gelingt, werde es schwierig für die Mitarbeiter. Mit Auslaufen des Insolvenzgeldes Ende September endet auch die erste Transfergesellschaft des zu Jahresbeginn geschlossenen Frankfurter First-Solar-Werkes mit mehreren hundert Mitarbeitern. "Dann würden sehr viele Mitarbeiter mit ähnlicher Qualifikation zur selben Zeit auf den Arbeitsmarkt strömen."