Wie soll es mit dem denkmalgeschützten Backsteingebäude im Zentrum des Frankfurter Ortsteils, in dem sich der Jugendklub befindet, weiter gehen? Die Frage bewegt den Lossower Ortsbeirat, die Mitglieder des Heimat- und Sportvereins und andere engagierte Dorfbewohner schon seit Jahren. Mehr als acht Jahre ist es her, dass sich die Lossower Vertreter mit der Bitte an die Frankfurter Stadtverwaltung gewandt hatten, gemeinsam ein Pilotprojekt zur Sicherung der Daseinsfürsorge im Ortsteil zu starten. Die Lossower möchten das ehemalige Landarbeiterhaus zu einem multifunktionalen Gemeindezentrum entwickeln.
Doch die Angaben unter der gleichnamigen Überschrift auf der Internetseite endeten im Oktober 2011 mit der Bemerkung, dass der Frankfurter Tierschutzverein dem Ansinnen „aufgeschlossen“ gegenüber stünde und hoffe, „in absehbarer Zeit“ aus seinem Lossower Katzenhaus in ein anderes Domizil umziehen zu können. Denn der Freizug der zur Auffangstation für Fundkatzen umfunktionierten Räume im Lossower Gemeindehaus war eine Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Gebäudekomplexes. Doch bis es so weit war, sollten noch mehr als sechs Jahre vergehen.
Im Frühjahr vorigen Jahres räumten die Mitglieder des Tierschutzvereins das Lossower Domizil, in dem in Spitzenzeiten bis zu 80 herrenlose Katzen aus dem ganzen Stadtgebiet untergebracht gewesen sein sollen, wie Ortsvorsteher Uwe Korsing weiß.
Er sieht jetzt die Zeit gekommen, um fürs multifunktionale Gemeindezentrum  neu Anlauf zu nehmen. Fakt ist, dass die Stadt die nötige Sanierung der in ihrem Eigentum befindlichen Immobilie auf absehbare Zeit nicht stemmen kann. Die Lossower Initiatoren setzen auf den Verkauf und die Entwicklung durch einen Investor. „Wir würden uns neben den jetzigen Jugendklub- und Vereinsräumen des Heimat- und Sportvereins in dem großen Haus zum Beispiel einen Dorfladen, Versammlungsraum und vielleicht altersgerechte Wohnungen wünschen“, sagt der Ortsvorsteher.
Auf Nachfrage heißt es dazu aus der Pressestelle der Stadtverwaltung: „Ein Verkauf ist nur möglich, sofern die Stadt Frankfurt (Oder) die Immobilie zur Erfüllung ihrer Aufgaben in absehbarer Zeit nicht braucht oder durch den Verkauf diese Aufgaben wirtschaftlicher erfüllt werden können.“ Das heißt im Klartext, der Verkauf müsste zu Einsparungen für die Stadt führen.
Unter diesen Voraussetzungen könne sich das Zentrale Immobilien-Management der Stadt „auch eine Veräußerung der Immobilie, natürlich nach Beschlussfassung der städtischen Gremien, vorstellen.“ Kauf-Interessenten gebe es derzeit jedoch noch nicht, heißt es aus der Stadtverwaltung. Ortsvorsteher Uwe Korsing hofft, dass sich das noch ändert.