"Einen kleinen Schuss" bescheinigte er sich selbst, und die Gäste, die da waren, freuen sich, dass er ihn pflegt. Noch am Mittwoch wusste Organisator Thomas Strauch nicht, ob der Zuschuss der Stadt für sein kleines Festival fließen würde. "Dank eines beschlossenen Haushalts der Stadt brauchen wir nicht zuzuzahlen", verkündete er Sonnabendabend auf der Bühne bei seinem Abschlusskonzert mit dem Folksorchester. Rettung in letzter Sekunde also.
Auch das Folksorchester ist eine Erfindung des umtriebigen Musikers. Man feierte sich selbst und natürlich das runde Jubiläum. Alle zehn teilnehmenden Musikanten aus nah und fern kamen in verschiedenen Besetzungen oder gleich gemeinsam auf die Bühne. Von eher still bis etwas lebhafter und gelegentlich auch etwas abseits der Folkmusik ging es musikalisch durch den Abend.
Fast liebevoll streichelte Strauch etwa mit einer Haarbürste seine Bodhran, um der Trommel auch leise Töne zu entlocken. Verstärker oder große Technik wurden nicht gebraucht. Strauch selbst stand beim Abschlusskonzert in Socken auf der Bühne, weil es mit Schuhen auf dem Holzpodest vielleicht etwas zu laut sein würde, wie er befand. Zwar gab es zwei Mikrofone, ob die aber überhaupt eingeschaltet waren, wusste wohl keiner so genau. Sie waren auch nicht nötig.
Das Theater des Lachens, einer der Festivalorte, ist klein und es geht familiär zu. Es war aber voll besetzt und das freute nicht nur Gunhild Strauch. "Wir sind wieder mal zufrieden mit dem Zuspruch, nicht nur der Sonnabend, auch der Freitag war gut besucht", schaute die Ehefrau des Musikers zurück. Ein Dank ihres Mannes erreichte sie vorher von der Bühne. "Sie macht alles das, was ich nicht gern mache", meinte er.
Am Sonnabend konnte man sich tagsüber in Workshops ausprobieren, etwa Mundharmonika lernen oder einen Trommelkurs besuchen. Hier saß auch der elfjährige Richard Ulf Lamprecht. "Es macht Spaß", erklärte er, "und ist eine gute Ergänzung zum Schlagzeug spielen." Beim Tanzkurs nebenan hätte man sich ein paar mehr Teilnehmer gewünscht. "Vielleicht liegt es am Ferienbeginn", suchte Solveig Kauczynski von der Tanzgruppe Tanzbein nach einer Erklärung. Noch beim Kurs am Freitagabend waren fast 20 Teilnehmer da, schaute sie zurück. Natürlich sind Folktänze etwas speziell, aber durchaus beliebt. Die Gruppe wird ab Frühjahr auch wieder Kurse außerhalb des Festivals geben.
Damit das Gelernte nicht verpufft, boten sich die abendlichen Konzerte als Auftrittsort perfekt an. So zu sehen etwa vor Beginn des Konzerts am Sonnabendabend. Strauch und seine Kollegen machten schon im Foyer musikalisch auf sich aufmerksam und mischten sich unter die Zuschauer, da entstand spontan so ein Tanzkreis, der auch später vor der Bühne weitergeführt wurde. Mitten dabei war auch Frank Heinz, der eigentlich noch vom vierstündigen Kurs am Nachmittag k.o. gewesen ist. "So lange tanzen, da weiß man, was man gemacht hat", erklärte er. Dem Frankfurter Festival selbst bescheinigte er ein gutes Konzept und hofft, dass es noch einige Jahre weitergeht.