In Frankfurt, Märkisch-Oderland und Oder-Spree wird die Johanniter-Unfall-Hilfe gemeinsam mit Dr. Antje Nimtz-Talaska eine ambulante, palliative Kinderkrankenpflege aufbauen.
Darauf einigten sich jetzt Vertreter der Wohlfahrtspflege bei einem Sondierungsgespräch über die Fortführung der Kinderhospizarbeit in Frankfurt.
Uwe Kleiner, Regionalvorstand der Johanniter, teilte in einer Presseerklärung mit, dass er das vorhandene Inventar und die weitere Ausstattung des Kindertageshospizes "Sonnentag" in der Heilbronner Straße "zunächst treuhänderisch, jedoch betriebsbereit, vollständig und kostenneutral" von der Björn-Schulz-Stiftung in seine Trägerschaft übernehmen wolle. Das ambulante Hospiz war von der Stiftung im Sommer aus Kostengründen geschlossen worden. Die Einrichtung gab es seit 2011. Nach Auskunft von Uwe Kleiner sei es nun das Ziel, mit der Stiftung zeitnah eine Übergabe der Einrichtung zu vereinbaren, "um am Standort den Betrieb zur Beratung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die an lebensverkürzenden Erkrankungen leiden, wieder aufnehmen zu können". Die Übergabe sei bereits zum 30. September geplant gewesen, dann aber vom Stiftungsvorstand Götz Lebuhn abgesagt worden.
Lebuhn war am Mittwoch über diese Bemerkung in der Pressemitteilung "erstaunt". Er habe von Peggy Zipfel, der Leiterin der Frankfurter Liga der freien Wohlfahrtsverbände "erst am 1. Oktober um 0.31 Uhr den Namen desjenigen genannt bekommen, der das Mietobjekt übernehmen will". Er könne keine Übergabe machen, wenn er den Nachmieter nicht kenne, sagte Lebuhn. "Ich werde jetzt das Klinikum als Vermieter informieren und hoffe, dass wir dann kurzfristig die Schlüsselübergabe hinbekommen."
Uwe Kleiner ist sicher, ein gutes Angebot gewährleisten zu können. "Mit Frau Nimtz-Talaska haben wir die einzige Kinderpalliativärztin in Brandenburg an unserer Seite. Wir selbst können als Verband bereits sechs Jahre professionelle Aufbauarbeit in der ambulanten Kinderhospizarbeit in Südbrandenburg vorweisen", sagte er. "Wir haben 36 Fachkrankenschwestern im Bereich Kinderkrankenpflege und 50 ehrenamtliche Helfer in der ambulanten Kinderhospizarbeit." Für die neue Aufgabe solle das Personal laut Kleiner weiter aufgestockt werden. Noch in diesem Jahr ist die Gründung eines Fördervereins geplant, unter dessen Dach die benötigten finanziellen Mittel und Hilfen gebündelt werden können. Jürgen Schulz, Gründer der Björn-Schulz-Stiftung und Geschäftsführer des Vereins Kinderhilfe, hat bereits seine Unterstützung beim Aufbau der Kinderhospizarbeit angeboten.