Eine von drei Bronzemedaillen aus der Trainingsgruppe der beiden Meister sicherte sich Luc Meyer (-73 kg/KSC Asahi Spremberg) mit einem Sieg über Jacob Pfeifer (PSV Weimar). Der 19-Jährige hatte bis zum Sommer an der Frankfurter Sportschule trainiert. "Luc hat fünf gute Kämpfe gezeigt. Ihm fehlte noch ein wenig die Ausdauer, nachdem er in der Woche zuvor erkrankt war", schätzt der ehrenamtliche BSP-Leiter Malte Geppert ein.
Meyer, zweimaliger Deutscher U-18-Meister und zuletzt Dritter bei den Männern, gehört zu jenem Quartett, das im Zuge der Verlegung des Bundesstützpunktes von der Oder an die Havel gewechselt ist. Für die anderen – Elias Pracht, Paul Schoch (beide -81 kg) und Darius Röming (-90 kg) – liefen die Titelkämpfe etwas unglücklich: Den Athleten vom JC 90 blieb nach Medaillen in den Vorjahren diesmal nur der jeweils fünfte Platz. "Wer führt, sollte schon eine Medaille sichern", beschreibt Geppert die Erwartung und konkret Römings Kampf um Bronze gegen den Berliner Matteo Habermann. Schoch fehlte am Ende die Kraft gegen den Thüringer Tom Blechschmidt (JSC Stotternheim), nachdem er im Kampf zuvor ins Golden Score gehen musste. "Aber alle dreihaben gezeigt, dass sie in der Lage sind, um Medaillen zu kämpfen. Es ist noch ein Stück Arbeit, aber sie sind auf einem guten Weg, sich international zu empfehlen", bleibt der BSP-Leiter und Landestrainer optimistisch. "Für sie geht es jetzt darum, ihr Technik-repertoire auszubauen."
Unter den 333 Sportlern, überwiegend von den Bundesleistungszentren, konnten sich einige Freizeitjudoka gut in Szene setzen. Aus Brandenburger Sicht gelang dies Leichtgewicht Nic Asmalsky (-55 kg) vom JSV Bernau besonders eindrucksvoll. Im Duell um Bronze besiegte er bereits nach 50 Sekunden den Bayern Lucas Kuttalek (JC Achental). Der Einzug ins Kleine Finale gelang den Frankfurterinnen Pia-Sophie Suter (PSV/- 52 kg) und Sarah Schmidt (- 78 kg) zwar nicht, sie belegten aber immerhin Platz 7. Der Bad Freienwalder Dennis Rietz (-90 kg/beide JC 90), der unter anderem Röming unterlag, schied vorzeitig aus.
Mit Nick Köhler (-66 kg) trumpfte einer der jüngsten Teilnehmer auf. Der 16-jährige Lebuser, der inzwischen für das Judo-Team Hannover antritt, war als Dritter der U-18-Titelkämpfe für die Meisterschaften der Älteren startberechtigt und vertrat zwei verhinderte Favoriten seines Vereins bestens. Köhler, beim PSV und an der hiesigen Sportschule groß geworden, gewann fünf seiner sechs Kämpfe, davon vier vorzeitig. Nur im Poolfinale war er dem späteren Meister Lennart Slamberger (JC Leipzig) unter-legen. Bronze hatte der talentierte Lebuser nach gut drei Minuten sicher, als ihm der zweite Waza-ari (halber Punkt) gegen Fabian Görner vom JC Frankfurt am Main gelang.
Wegen des Drittliga-Spiels der FHC-Handballerinnen hatten die Wettkämpfe kurzfristig von der Brandenburg- in die Oderlandhalle verlegt werden müssen. "Wir haben aus der schwierigen Situation das Beste gemacht, konnten einen kleinen VIP-Bereich einrichten, hatten auch eine Anzeigetafel", zählte Benny Biemüller vom gastgebenden JC 90 auf. Besonders stolz war er mit seinen Mitstreitern auf die neuen Tatami, die das Sportzentrum angeschafft hat. Nicht nur deshalb hofft Daniel Keller, neu gewählter Präsident des Deutschen Judobundes, dass sich Frankfurt weiterhin um die Austragung der nationalen Titelkämpfe bewirbt. "In der Oderlandhalle haben wir hervorragende Bedingungen vorgefunden. Aus sportlicher Sicht haben die Bundestrainer bereits auf Athleten geschaut, die sich für die Olympischen Spiele 2024 empfehlen könnten", erwähnte der Potsdamer, der in Frankfurt selbst Judo-Sportschüler war.
Brandenburg belegte in der Länderwertung Platz 4 hinter Berlin, Württemberg und Baden. Neben zweimal Gold und viermal Bronze gab es fünf fünfte und sechs siebte Plätze.