Rudolf Hendel hat den Frankfurter Judosport wie kein anderer geprägt und ist ihm immer noch verbunden. Geboren im vogtländischen Rodewisch wurde er mit 18 Jahren erstmals als BSG-Sportler DDR-Meister. 1966 wechselte er zum ASK Vorwärts nach Strausberg. 1970 und 1971 wurde er Europameister im Halbmittelgewicht, holte 1974 noch den Meistertitel der befreundeten Armeen. Danach versuchte sich der gelernte Installateur als Diplomsportlehrer und Trainer und das enorm erfolgreich: Seine Schützlinge Torsten Reißmann (viermal), Karl-Heinz Lehmann und Marko Spittka wurden Europameister, Lehmann (1980) und Spittka (1996) holten auch olympisches Bronze. Uwe Frenz führte er zu drei deutschen Meistertiteln. Mehrere Jahre trainierte Hendel den Frankfurter Bundesligisten JC 90, der dreimal (1992, 1998 und 1999) Deutscher Mannschaftsmeister wurde.
Kurz nach der Wende übernahm der inzwischen in Frankfurt verwurzelte Hendel die Aufgabe als Sportmanager beim Judoclub 90, bezeichnet sich jetzt als Sportwart, der sich wöchentlich etwa 15 Stunden in den Dienst des Vereins stellt. "Da bleibt man fit und klug im Kopf, muss sich mit Freud und Leid auseinandersetzen und Lösungen finden." Sein Credo lautet: "Was ich von anderen verlange, muss ich ihnen vorleben."