Die Szenen spielten sich gegen 19.45 Uhr in einem SVF-Bus der Linie 980 ab. Sie verkehrt zwischen Bahnhof Rosengarten und Seefichten, wo sich auch die Flüchtlingsunterkunft befindet. Wie die Polizei mitteilte, beleidigte ein augenscheinlich betrunkenes Paar drei Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien. Dabei fielen auch offen fremdenfeindliche Äußerungen, bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost. An der Haltestelle Lennéstraße am Hansaviertel stieg das Duo aus. Daraufhin stellten zwei 16-jährige Jungen, die Zeugen des Vorfalls waren, die beiden zur Rede, wurden jedoch in der Folge ebenso beleidigt und bedroht. Laut Polizei bemerkten die noch im Bus verbliebenen Asylbewerber die Auseinandersetzung und stiegen aus, um schlichtend einzugreifen, "jedoch sahen sie sich nun erneut Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt".
Mehrere Fahrgäste hatten währenddessen bereits die 110 gewählt. Die verständigten Polizisten konnten deshalb das Täterpaar - ein 38-jähriger Mann und eine 42 Jahre alte Frau - noch vor Ort vorläufig festnehmen. Sie hatten Atemalkoholwerte von 2,06 und 2,16 Promille. Nach einer Nacht in der Ausnüchterungszelle wurden sie am Freitag vernommen und nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft inzwischen wieder entlassen, teilte der Polizeisprecher mit. "Die Vorwürfe gegen die beiden lauten auf Volksverhetzung, Bedrohung und versuchte Körperverletzung."
Bereits am Montag waren an einer Straßenbahnhaltestelle in der Heilbronner Straße Asylbewerber aus Somalia und Syrien sowie ein ägyptischer Student der Viadrina fremdenfeindlich beleidigt, verfolgt und attackiert worden. Dazu grölte eine Gruppe von bis zu acht alkoholisierten Personen, die neben dem Alten Kino saß, rechte Parolen. Als mutmaßlichen Haupttäter hatte die Polizei einen stark alkoholisierten 32-Jährigen festgenommen.