Um 18.30 Uhr waren die 147 Stimmen ausgezählt. Vorne lag die CDU mit knapp 28 Prozent der Stimmen. Piraten mit rund 24 und die Linke mit knapp 24 Prozent lieferten sich ein Kopf an Kopf-Rennen. Weit dahinter landeten die SPD mit knapp zehn und die Grünen mit rund acht Prozent. NPD und AFP kamen auf jeweils zwei, die MLPD auf ein Prozent der Stimmen.
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Zum zweiten Mal hat sich das Mikado an dem bundesweiten U18-Projekt beteiligt. Damit, eine Wahlurne aufzustellen, war es aber nicht getan. Wer sein Kreuz macht, muss sich überlegen, wo. Deswegen bot das Mikado Workshops zum Beispiel zur Frage an, wie die Meinung beeinflusst wird. Eine zehnte Klasse der Lessing-Schule machte am Freitag den Test: Sie starteten mit einem Wahlgang, ohne sich vorher zu informieren. Dann schauten sich die Schüler Wahlwerbespots an und wählten noch einmal. In der dritten Runde fanden sie mithilfe des Wahl-O-Mats heraus, welche Parteien zu ihren Einstellungen passen. Der Effekt war deutlich. Bei jeder Runde unterschied sich das Ergebnis. Lagen beispielsweise bei einer Gruppe am Anfang SPD und Linke vorne, hatte die CDU am Ende die meisten Stimmen.
"Ich fand's interessant. Vorher wollte ich nicht wählen gehen, es hat mich nicht interessiert", sagt Svenja. Das sei jetzt anders. Vor allem soziale Fragen interessieren die16-Jährige. Zum Beispiel, wie mit Hartz IV-Empfängern und pflegebedürftigen Menschen umgegangen wird.
Am Freitag hatten Svenja und ihre Mitschüler die seltene Gelegenheit, Politiker mit ihren Sorgen zu konfrontieren. Alle Bundestagsdirektkandidaten des Wahlkreises hatten sich Zeit genommen.
Unter anderem ging es um eine Frage, die die Lessing-Schüler direkt betrifft: die Abschaffung von Förderschulen. Lars Wendland (SPD), Martin Hampel (Piraten) und Jörg Gleisenstein (Grüne) waren sich in einem einig: Inklusion funktioniere nur mir genügend Lehrern. Auch Wendland, dessen Partei dieses Modell im Land fördert, kritisierte dessen aktuelle Umsetzung.