Die derzeit rund 480 Sportschüler in Frankfurt (Oder) finden im Sportzentrum an der Stendaler Straße immer bessere Rahmenbedingungen vor. Am Freitag wurden mehrere Sportstätten feierlich eingeweiht, die für insgesamt 5,3 Millionen Euro aufwändig saniert beziehungsweise errichtet wurden. So wurde die in den 1970er Jahren errichtete Kleinkaliber-Schießhalle komplett entkernt und auf den modernsten Standard gebracht.

Neue Fassade, neue Heizung, neue Schießstände

Beim Rundgang mit Vertretern aus Politik und Sport erörterte Objektleiter Manfred Kurzer die Einzelheiten. „Alles wurde neu gemacht: Von der Fassade über Decke, Sanitäranlagen, Heizung, Beleuchtung bis hin zu den Schießständen, die nun teilweise vollelektronisch und auf dem neuesten Stand sind, den es weltweit gibt. Unsere etwa fünfzig Schützen von der Sportschule finden jetzt hier beste Bedingungen vor“, sagte Kurzer. Der 50-Jährige muss es wissen, schließlich wurde der Sportschütze 2004 in Athen Olympiasieger – der bislang letzte Frankfurter, der zu diesen Ehren kam. „Bei mir hat es zwanzig Jahre gedauert, bis ich das geschafft hatte. Aber wir hoffen natürlich alle, dass eines Tages wieder eine Medaille nach Frankfurt kommt.“

Olympia-Medaille als großes Ziel

Diesen Wunsch hegt auch Wilfried Lausch, Leiter des Olympiastützpunktes Brandenburg (OSP). „Daran arbeiten wir alle, das ist unser großes Ziel. Aber man kann solch einen Erfolg nicht planen, dafür muss alles passen“, sagte Lausch. Im Team Brandenburg für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio gebe es mit dem Gewichtheber Jon Luke Mau und den beiden Sportschützinnen Michelle Skeries und Josefin Eder durchaus mehrere aussichtsreiche Kandidaten aus der Oderstadt. Um nachkommende Talente optimal fördern zu können, wurde nebenan eine neue Luftdruck-Schießhalle errichtet.
Brandenburgs Sportministerin Britta Ernst, die im Rahmen des Kommunalen Infrastrukturprogrammes rund vier Millionen Euro Landesmittel beisteuert, berichtete, dass aus einem Investitionsfonds landesweit weitere 25 Millionen Euro für den Sport zur Verfügung stünden. „Die Bereitstellung gut funktionierender Sportinfrastruktur ist für die Umsetzung der Lehrpläne der Sportschule Frankfurt eine wesentliche Voraussetzung. Besonders erfreulich ist es, dass wir die Arbeiten trotz Corona realisieren konnten.“

2,8 Millionen Euro für zwei Sporthallen

Erfreut zeigte sich auch Oberbürgermeister René Wilke. „Die Baumaßnahmen sind auf jeden Fall gut investiertes Geld, weil es in die Zukunft des Nachwuchses fließt und neben dem Spitzen- auch dem Breitensport zugutekommt“, erklärte Wilke. Die Stadt stellte für die Investitionen ein Viertel des Geldes. Komplett saniert wurden auch die zwei Sporthallen Nord/Süd, die aus dem Jahr 1963 stammen und direkt an die Sportschule angrenzen. Mit 2,8 Millionen Euro waren sie der kostenintensivste Teil des Paketes. Sie werden nicht nur durch die Sportschüler genutzt, nachmittags trainieren hier unter anderem die Turner des TuS Klingetal.
Dankbar äußerte sich Jens Herrmann, Leiter der Sportschule, über die Sanierung. „Die Realisierung ist ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zu einem der führenden Objekte in Deutschland. Für uns und die Athleten sind die nun geschaffenen Voraussetzungen Motivation, um das bestmöglichste zu geben, damit wir Erfolge feiern können“, sagte Herrmann. Die Eliteschule des Sports besuchen derzeit 50 Sportschützen, außerdem gibt es die Schwerpunktsportarten Handball, Fußball, Boxen, Gewichtheben, Judo, Radsport und Ringen.

Hybridrasen regeneriert schneller

Ebenfalls aus den Mitteln des Infrastrukturprogrammes wurde vergangenes Jahr für 700.000 Euro ein Hybridrasen errichtet. „Hier ist täglich von 7 bis 20 Uhr Betrieb. Durch seinen Kunststoff -Anteil von elf Prozent kann er höher frequentiert werden, regeneriert besser und kann auch im Winter genutzt werden“, erläuterte Objektleiter Tino Buchholz.
Mit dem Abschluss der Arbeiten sind die Gebäude auf dem Gelände des Olympiastützpunktes nun grundlegend saniert, wie Wilfried Lausch betonte. „Als nächstes muss der Schulhof erneuert werden. Außerdem wollen wir mittelfristig eine Ersatzhalle für die Hand- und Fußballer bauen, da die Oderlandhalle für diese Sportarten nur sporadisch genutzt werden kann, da sie als bundesweites Zentrum im Bahnradsport dienen soll“, blickte der OSP-Leiter schon voraus.