Es wird kein Leichtes für die Studenten, die rund 500 Meter gegen die Strömung zu rudern, das weiß Julien Tirré aus eigener Erfahrung. Er ist Sportreferent in der Studentenvertretung und hat in diesem Jahr die Ruderregatta organisiert, die seit 2006 regelmäßig zum Hansestadtfest stattfindet. Im vergangenen Jahr verhalf er selbst den Juristen zum Sieg und vor der Frankfurter Zeit ist er jahrelang in seiner Heimat Köln gerudert. Dort sei das Fahrwasser auf dem Rhein zwar viel unruhiger und durch den Schiffsverkehr schwieriger, dafür sitzen am Freitag aber auch fast ausschließlich unerfahrene Ruderer in den Booten.
Zumindest waren die 28 Studenten von allen drei Fakultäten der Viadrina vor zehn Wochen noch unerfahren. Damals hat das Training beim Frankfurter Ruder-Club von 1882 begonnen. Zwei dortige Trainer haben es sich zur Aufgabe gemacht, die angehenden Akademiker Oder-tauglich zu machen. "Die Trainer opfern dafür ihre Privatzeit, das ist toll", findet Julien Tirré. Wöchentlich waren die Juristen, Kultur- undWirtschaftswissenschaftler nun auf der Oder. "Man kann nur die Basics lernen in so kurzer Zeit. Der Rudersport ist ja doch relativ komplex", dämpft Tirré die Erwartungen. Ohnehin komme es aber vor allem auf den Mannschaftsgeist an. "Kraft bringt einiges, aber vor allem muss man im Takt bleiben", weiß er. Für Tirré ist die Regatta mehr als nur ein Uni-Wettkampf. "Im Sport funktioniert die Annäherung von Studenten und Frankfurtern", findet er.
Am Freitag ab 19 Uhr wird sich entscheiden, welche Fakultät am meisten von den Trainingseinheiten profitiert hat. In roten, weißen und grünen Trikots werden die Studenten in Höhe der Konzerthalle in die Boote steigen. Die Sieger dürfen Stolz ein in den Uni-Farben lackiertes Skull entgegen nehmen.