Keine sich zuprostende Menschen, keine knallenden Sektkorken, kein buntes Feuerwerk, dafür aber viel Ruhe - so wird es in der Lindenstraße 12 in der Nacht vom 31. Dezember zum ersten Januar womöglich aussehen.
Denn was in den Jahren zuvor schon mehrfach auf der Kippe stand, ist nun zur Tatsache geworden: Die traditionelle Silvesterparty im City Park Hotel fällt in diesem Jahr aus. Das entschied das Frankfurter Verwaltungsgericht und gab damit den Einwänden eines Anwohners recht. Dieser hatte im September gegen die von der Stadt Frankfurt erteilte Ausnahmegenehmigung für die Veranstaltung geklagt - und Recht bekommen: Die Ausnahmegenehmigung bleibt bis auf weiteres unwirksam.
"Natürlich sind wir darüber nicht erfreut", kommentiert Hotel-Geschäftsführer Dietmar Löffler das Ergebnis. "Aber der Anwohner nimmt nun mal seine Rechte wahr." Trotz allem bleibt es für Löffler unverständlich. "Wir feiern doch keine große Techno-Party, sondern laden lediglich zum Tanz ein. Und das einmal im Jahr, zu Silvester",sagt Löffler.
Mitte Oktober hatte die Klage das Hotel erreicht. Zur Anhörung vor Gericht kam es einige Wochen später. "Die Zeit war absolut gegen uns", meint Löffler. Alle Vorbereitungen mussten auf Eis gelegt werden. Auch Werbemaßnahmen fanden keine mehr statt. "Wir konnten unseren Gästen ja keine Sicherheit mehr bieten", erklärt Löffler. Zwar waren die Besucher über das Aus der Silvesterparty verärgert. "Doch viele haben sich vorläufig schon mal für's nächste Jahr angemeldet", sagt Löffler.
Gemeinsam hoffen sie, dass es klappt. "Wir werden uns in jedem Fall wieder dafür einsetzen, eine wirksame Ausnahmegenehmigung zu erhalten", meint Löffler. Diese müsse auf einer anderen rechtlichen Grundlage formuliert werden, so Löffler. Den Hinweis bekam er von seinem Rechtsanwalt. Der riet ihm auch davon ab, gegen die Klage Einspruch zu erheben. Denn die Stadt Frankfurt hat bei der Erteilung der Ausnahmegenehmigung nicht im Sinne des öffentlichen Interesses gehandelt, so die Meinung des Verwaltungsgerichts. Gegen diese Feststellung vorzugehen, sei zwecklos. "Wir hätten keine Chance gehabt, den Fall zu gewinnen", sagt Löffler.
Dass einige Anwohner mit der Silvesterparty im City Park Hotel nicht einverstanden sind, machte sich auch schon in den vorherigen Jahren bemerkbar. Wurde doch gegen die Veranstaltung nicht zum ersten Mal geklagt. Es gab sogar Anwohner, die aufgrund der Lärmbelästigung wegzogen.
Seit mehr als zehn Jahren findet die Neujahrsveranstaltung nun schon statt. Jährlich kamen etwa 120 Gäste, darunter viele Frankfurter. Mit einem Gala-Buffet wurde der Abend eröffnet, ein Showprogramm stimmte die Besucher auf den Abend ein und mit einem kleinen Feuerwerk begrüßte man das neue Jahr. Das alles ist nun vorerst Geschichte.