Beim Theaterfest am Wochenende sind die Gesichter der Stars und das, was sie demnächst in Frankfurt (Oder) darbieten wollen, über Monitore im Kleist Forum geflimmert. Es ging darum, Interesse und Vorfreude zu wecken. Das Spektrum reichte von Andrea Sawatzki, Suzanne von Borsody und Thomas Thieme über Walter Plathe bis zu Thomas Rühmann und David Friedrich. „Wir werden in dieser Spielzeit eine Vielfalt an Veranstaltungen auf die Bühne bringen, wie wir sie so noch nicht hatten“, kündigte Florian Vogel, der Künstlerische Leiter des Kleist Forum Frankfurt (Oder) an.
Vogels Anspruch und der seiner Mitstreiter ist es, „gute Unterhaltung auf hohem Niveau“ zu liefern. Und den Leuten Mut zu machen, wie der Künstlerische Leiter des Kleist Forum betonte. Er freute sich darauf, in der neuen Spielzeit rund 200 Veranstaltungen aus fast allen Bühnen-Sparten mit 1500 Künstlerinnen und Künstlern präsentieren zu können.

Mini-Revue entführt in die Subkultur der 20er-Jahre

Los geht es schon an diesem Wochenende. Das multimediale, queere Cabaret „Lila Lied“ wird das Kleist Forum am Samstag (24.9.) ab 19.30 Uhr in eine quirlige Manege verwandeln. Es nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Subkultur der Weimarer Republik. Mit Drag, Tanz und Burlesque gestaltet eine internationale Performance-Gruppe um den Sänger und Regisseur Ludwig Obst eine ebenso unterhaltsame wie politische Minirevue und lässt historische Künstlerinnen und Künstler von ihren Kämpfen, ihrer Lust, ihrer Ausgrenzung und ihrer Verfolgung berichten.
Ludwig Obst im Stück Lila Lied The Queer Cabaret, das am 24. September im Kleist Forum Frankfurt (Oder) auf die Bühne kommt.
Ludwig Obst im Stück Lila Lied The Queer Cabaret, das am 24. September im Kleist Forum Frankfurt (Oder) auf die Bühne kommt.
© Foto: (C) Callum Leo Hughes
So begegnet das Publikum unter anderem der Sängerin Claire Waldoff, der skandalumwobenen Tänzerin Anita Berber oder dem offen schwul lebenden Sänger Paul O’Montis. Der Titel „Lila Lied“ erinnert an den gleichnamigen Schlager von Kurt Schwabach und Mischa Spoliansky aus dem Jahr 1920, in dem sich erstmals Menschen offen als „wir sind nun einmal anders“ feierten.

Operetten-Galaprogramm und eine Opern-Variation

Schon am Tag darauf werden die Musiker aus dem Nationaltheater Brünn am Sonntag (25.9.) ab 15.30 Uhr in ihrem Operetten-Galaprogramm ein Feuerwerk bekannter und beliebter Operettenmelodien entzünden.
Kaffeehausmusik im Foyer: Musiker Søren Gundermann sorgte am Klavier auch beim Theaterfest des Kleist Forum für gute Unterhaltung. Er wird in der neuen Spielzeit bei beliebten Veranstaltungsformaten, wie dem MOZ-Talk, wieder zu hören sein.
Kaffeehausmusik im Foyer: Musiker Søren Gundermann sorgte am Klavier auch beim Theaterfest des Kleist Forum für gute Unterhaltung. Er wird in der neuen Spielzeit bei beliebten Veranstaltungsformaten, wie dem MOZ-Talk, wieder zu hören sein.
© Foto: Winfried Mausolf
„Wir werden wieder mehr Opern auf die Bühne bringen“, sagte Florian Vogel weiter. Wenn auch nicht immer im Original. Denn für „L‘Orfeo“, das am 1. und 2. Oktober (19.30 Uhr bzw. 15 Uhr) auf die Bühne im Großen Saal kommt, hat Michael Helmini den antiken Stoff und die Oper von Claudio Monteverdi ins Heute übersetzt. Er mixt den Originalkompositionen moderne Musik bei.

Wahrheitssuche bei den Kleist-Festtagen

Zum Standard-Herbst-Programm des Kleist Forum und des Kleist Museum Frankfurt (Oder) gehören die Kleist-Festtage. Das am 6. Oktober beginnende 10-tägige Programm steht unter der Überschrift „Die Wahrheit ist ...“ und biete „ein eher experimentelles Programm“, wie Florian Vogel resümierte. Der Titel des Festivals nehme Bezug auf unsere von Krieg, wirtschaftlichen und anderen Herausforderungen geprägte Zeit, die die Orientierung zwischen richtig und falsch schwer mache, sagte Vogel, einer der Kuratoren. Er machte zum Beispiel neugierig auf eine Art Collage aus Kleist-Stücken, die Schauspieler Thomas Thieme und sein Sohn Arthuer zusammen bringen (16.10., 17 Uhr).

Ein Klimastück kommt auf die Bürgerbühne

An die Klima-Problematik aus der Fassadeninszenierung „Global Amazonia“ knüpfen die Laien-Darsteller von der Bürgerbühne des Kleist Forums um Hannes Langer in ihrem Auftakt-Stück der neuen Spielzeit an: Am Donnerstag (22.9.) hat das Stück „Die Briefe der Frau Lotte“ um 19.30 Uhr auf der Studiobühne Premiere.
An Fans des 2016 verstorbenen Sängers David Bowie und seiner Musik richtet sich das Konzert „I‘m Only Dancing – Scheer singt Bowie“, in dem Schauspieler und Musiker Alexander Scheer in die Rolle des Popstars schlüpft – und auch einiges über dessen Begeisterung für Literatur verrät.
Die Auswahl ist groß: Die Prospekte und Flyer für die mehr als 200 Veranstaltungen, die auf dem Plan für die neue Spielzeit im Kleist Forum stehen, liegen bereit.
Die Auswahl ist groß: Die Prospekte und Flyer für die mehr als 200 Veranstaltungen, die auf dem Plan für die neue Spielzeit im Kleist Forum stehen, liegen bereit.
© Foto: Ines Weber-Rath/MOZ
Fest steht: Der Blick in die Programmhefte und Flyer des Kleist Forum und seiner Partner, auch fürs im November anstehende transvocale-Festival lohnt sich. Vom Märchen-Schauspiel bis zum Blauen (Kabarett- und Show-) Mittwoch findet sich dort wohl für jeden Geschmack etwas.