Polizei-Obermeister Gerd Schubert hatte am Montag alle Hände voll zu tun. Ab elf Uhr winkte der 44-Jährige am Tunnelende, Höhe Dresdener Platz, all jene Autofahrer an den Straßenrand, die trotz Hinweis- und Verbotsschildern vom Bahnhofsvorplatz in die Unterführung einbogen. Viele Frankfurter waren dabei. Leute aus den umliegenden Landkreisen. Fernfahrer. Einer der bekanntesten Verkehrssünder zur Mittagszeit: Gastronom Rame Ricci Hebibi. „Ich bin auf dem Weg zur Wohnungswirtschaft. Den Bahnhofsberg hoch, rechts ab in Richtung Fürstenberger Straße – mein Wagen kennt diese Tour. Ich habe das Verbotsschild wirklich nicht beachtet“, entschuldigte sich der Besitzer mehrerer Restaurationen in der Stadt. Ortsfremden wie Karin Bahlke aus Seelow ging es ähnlich. Doch 15 Euro Ordnungsstrafe mussten sie trotzdem zahlen.
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Wolfgang Berndt, Erster Polizei-Hauptkommissar und stellvertretender Wachenleiter, informierte gestern von einer dreieinhalbstündigen Polizei-Aktion am Donnerstag an gleicher Stelle. Da wurden 85 „Knöllchen“ verteilt. „Die Erwischten am Steuer hatten immer die gleiche Ausrede: Schilder nicht gesehen – Macht der Gewohnheit.“ Berndt schlug vor, dass sich das städtische Ordnungsamt um die Falschfahrer kümmern sollte. „Die Stadt, nicht wir haben die Beschilderung gemacht.“ Zwei Politessen könnten sich am Tunnelende postieren, die Kennzeichen und Marken der Fahrzeuge notieren und zum Fahrer ein paar Bemerkungen aufschreiben, um Missverständnissen vorzubeugen. Die Polizei würde diese Fälle dann bearbeiten.
Da dem städtischen Ordnungsamt aber die Kraft für diese Einsätze fehlt, vereinbarten gestern kurzfristig Ordnungsamts-Abteilungsleiterin Brunhilde Wilczynski und Wolfgang Berndt gemeinsame Kontrollen. Die Offensive startet Mitte dieser Woche.
Indes kündigte Ingrid Strauch, Sachbearbeiterin verkehrsrechtliche Angelegenheiten, an, dass jetzt große Tafeln mit dem Hinweis „Tunnel gesperrt“ an der Ecke Heilbronner Straße/Bahnhofstraße aufgestellt werden. Damit würde den Argumenten mancher Kraftfahrer der Wind aus den Segeln genommen.
Wann trotz milder Witterung mit den Bauarbeiten im 85 Jahre alten Bahnhofstunnel begonnen werden kann, konnten gestern weder Henrik Waskow vom städtischen Tiefbauamt noch Fred Bernau, Verkehrsleiter der Stadtverkehrsbetriebe, terminieren. Man stimme sich derzeit mit dem Baubetrieb ab. „Werktags können wir den Linienverkehr der Straßenbahnen nicht einstellen. Deshalb müssen wir auf das Wochenende orientieren“, informierte Fred Bernau.