Auf Platz zwei folgte die CDU mit 19,9 Prozent, die 3,7 Prozentpunkte verlor. Großer Gewinner ist die Alternative für Deutschland. Die AfD legte 7,1 Prozent auf 18,8 Prozent zu und wird künftig wie die CDU mit neun Stadtverordneten in der SVV vertreten sein. Grüne und BI Stadtentwicklung gehören ebenfalls zu den Gewinnern der langen Frankfurter Wahlnacht. Die Listenvereinigung konnte ihr Wahlergebnis aus 2014 von 6,2 auf 12,0 Prozent nahezu verdoppeln und errang damit sechs Sitze – einen mehr als die SPD. Die Sozialdemokraten brachen – was von vielen erwartet worden war – auf 10,3 Prozent ein. Vor fünf Jahren waren es noch 18,7.
Die FDP steigerte sich von 2 auf 5 Prozent und zieht bei zwei Stadtverordnetensitzen wieder in Fraktionsstärke in das Stadtparlament ein. Eine Wahlüberraschung gelang der Satirepartei Die PARTEI, die 3,6 Prozent der Stimmen und ebenso zwei Sitze holte. Gleiches gilt für die Frankfurter-Bürger-Initiative (FBI), die erstmals antrat und mit 3,7 Prozent einen Achtungserfolg erzielte, wenngleich sich das Bündnis mit den Freien Wählern mehr als zwei Mandate erhofft hatte. Dahinter folgt die BI Stadtumbau mit 3 Prozent und einem Sitz. Die Piratenpartei ging mit 1,0 Prozent leer aus.
Mit 48,6 Prozent verzeichnete die Oderstadt die höchste Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen seit 1998. 23428 Frankfurter gingen wählen. Die Auszählung der Stimmen zog sich bis weit nach Mitternacht hin. Erst um kurz nach 2 Uhr war der letzte von sechs Briefwahlbezirken ausgezählt. Im Laufe der nächsten Stunden will die Kreiswahlleitung bekannt geben, welche 46 Kandidaten mit vielen Stimmen den Sprung in die Stadtverordnetenversammlung geschafft haben.
Im Rathaus verfolgten viele der Bewerber und politisch Interessierte die Zwischenstände der Auszählung, die im Foyer per Beamer an die Wand geworfen wurden. Die AfD, die das Rathaus mit vielen Sympathisanten sowie Partei- und Deutschlandfahne betrat, begoss den Wahlerfolg mit Sekt. Mehrmals kam es am Abend zu einem verbalen Schlagabtausch mit der politischen Konkurrenz, vor allem als Besucher als Statement zum Frankfurter Wahlerfolg der AfD bei den Europawahlen die Europahymne anstimmten.
Viele Stadtpolitiker zeigten sich vom Wahlausgang schwer enttäuscht, auch wenn die AfD in anderen Teilen Brandenburgs sogar noch deutlich besser abschnitt. "Das ist mehr als traurig für Frankfurt (Oder)", meinte unter anderem Martin Kohoutek, Spitzenkandidat der abgeschlagenen SPD. Die AfD zeigte sich in ersten Gesprächen offen für eine Kooperation mit der CDU. "Wir werden künftig mehr, besser vorbereitete Anträge in die Stadtverordnetenversammlung einbringen und die CDU fragen, ob sie da mitgehen will", erklärte Wilko Möller, Vorsitzender des AfD-Stadtverbandes.