Es war ein klare Absage, auch wenn die Beteiligung an der Abstimmung (28 Prozent) gering war: 83 Prozent der Frankfurter sprachen sich 2006 in einer Bürgerbefragung gegen eine Anbindung von Slubice an das Straßenbahnnetz aus. Doch seitdem hat sich zwischen Frankfurt und Slubice viel verändert und bewegt. Im Dezember 2007 fielen an der Stadtbrücke die Grenzkontrollen weg. Es gibt deutsch-polnische Kitas, eine grenzübergreifende Fernwärmeleitung, gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und Feste. Seit Ende 2012 verkehrt zwischen Hauptbahnhof und Platz der Helden zudem die stark nachgefragte Buslinie 983. Der Vertrag dazu zwischen den Nachbarstädten läuft Ende September aus. Noch ist die Weiterfinanzierung durch die polnische Seite nicht abschließend geregelt. Die Partnerstädte wollen jedoch unbedingt an der Verbindung festhalten. Das eigentliche Fernziel aber bleibt eine Straßenbahn, die von der Magistrale aus in die Slubicer Straße abbiegt, die Oder überquert und durch Slubice fährt. An dieser verkehrspolitischen Zielstellung wird auch in der aktuell diskutierten Fortschreibung des Nahverkehrsplanes festgehalten:
Doch: würden es die Frankfurter überhaupt wollen, dass Politik und Verwaltungen beiderseits der Oder einen neuen Anlauf für eine Straßenbahn nach Slubice nehmen? Das will die Redaktion des Stadtboten ab diese Woche in Erfahrung bringen. Die MOZ hat dazu eine Telefonbefragung im Raum Frankfurt gestartet. Die Meinungsumfrage wird durch ein Bremer Unternehmen im Namen unseres Medienhauses durchgeführt. Neben der deutsch-polnischen Straßenbahn befragen wir die Frankfurter dabei auch zu einer Reihe weiterer Themen. So interessiert uns, wie häufig und warum die Frankfurter nach Slubice fahren, wie es städtebaulich mit den brachliegenden Flächen an der Slubicer Straße weitergehen soll und ob es - wie kürzlich von der CDU vorgeschlagen - Expresszüge von Frankfurt nach Berlin geben sollte (zu allen Themen und Fragen siehe auch den Infokasten).
Die Befragung läuft von Mitte Juli bis Ende August. Die anschließende Auswertung der Umfrageergebnisse sowie eine ausführliche Berichterstattung mit Hintergründen und Meinungen zu den genannten Themen ist für September geplant.
Gleichzeitig sind alle Stadtboten-Leser dazu aufgerufen, sich in den nächsten Wochen an den Debatten zu beteiligen. Schreiben Sie uns ihre Meinung und schicken Sie dieses an Frankfurter Stadtbote, Paul-Feldner-Straße 13 oder per Mail an frankfurt-red@moz.de.
Areal mit Potenzial: Slubice und die Slubicer Straße sind ein Schwerpunkt der MOZ-Telefonbefragung.Foto: MOZ/Thomas Gutke
Stadtbote startet Telefonbefragung zu den Themen Nahverkehr, Einzelhandel und Doppelstadt
Themen und Fragen der MOZ-Umfrage
¦ Stadtverkehr/Anbindung Frankfurt-Slubice: Sollte es einen neuen Anlauf für eine Straßenbahn nach Slubice geben? Wie häufig nutzen sie die Buslinie 983? Würden Sie häufiger nach Slubice fahren, wenn es einen Straßenbahnlinie gäbe? ¦ Doppelstadt Frankfurt-Slubice: Finden Sie es gut, dass es an der Stadtbrücke keine Grenzkontrollen mehr gibt und die Grenze offen ist? Wie häufig sind Sie in Slubice? Aus welchen Gründen fahren Sie nach Slubice? ¦ Regionalverkehr: Würden Sie die Einführung von Expresszügen nach Berlin befürworten? Sollten zwischen Frankfurt und Berlin künftig stündlich drei statt zwei Züge verkehren? Wie häufig fahren Sie mit dem RE1? ¦ Slubicer Straße/Einkaufszentrum: Halten Sie eine Neubebauung der Slubicer Straße mit einem Einkaufszentrum, Büros und Wohnungen für sinnvoll? Glauben Sie an eine schnelle Realisierung des Bauprojektes Slubicer Straße mit dem Schweizer Investor?
Seit 2012 verbindet eine Buslinie Frankfurt und Slubice, über die derzeit noch neu verhandelt wird. Doch wie steht es eigentlich mit der Straßenbahnlinie?