Glücklich schlendert Sonja Gudlowski am späten Sonnabendnachmittag durch den Lennépark. In Zusammenarbeit mit der Stadt hat sie gemeinsam mit Ehemann Peter und initiiert von der Bürgerinitiative Lennépark die 11. Kleine Parknacht organisiert. Jetzt, nach nur drei Monaten Vorbereitung, vielen Telefonaten und Besprechungen wegen der Corona-Lage, freut sie sich einfach nur über die vielen Menschen im Park.
Das sind die Bilder der Kleinen Parknacht in Frankfurt (Oder)

Open Air-Event Das sind die Bilder der Kleinen Parknacht in Frankfurt (Oder)

Einzige Corona-Einschränkung: Kontaktdaten hinterlassen

„Es ist ein entspanntes und freundliches Stadtleben“, sagt sie zufrieden. Ein Gästeschwund gegenüber der letzten Kleinen Parknacht vor zwei Jahren lässt sich nicht feststellen. Auf den Wegen zum Fest werden die Gäste gebeten, ihre Kontaktdaten per Lucca-App oder auf einem Zettel zu hinterlassen. Das ist aber die einzige Corona-Einschränkung, wie sich zeigt. „Die Zettel werden nach vier Wochen natürlich vernichtet, wenn es keinen Grund zur Nachverfolgung gibt“, versichert die Mitarbeiterin der Stadt, welche die Zettel einsammelt.
Eine kleine Spende noch für den Lennépark, diesmal für neue Hinweisschilder im Nordbereich und eingesammelt von den in Fantasiekostümen gewandeten Hostessen. Dann geht es rein ins Getümmel.

Claus Junghanns liest Märchen vor

„Besonders für Kinder haben wir viel getan“, sagt Sonja Gudlowski und das sollte sich gleich auszahlen. So ist schon das erste Puppentheaterstück des Theaters des Lachens im Hof der Kita Hilde Coppi gut besucht. Gleich danach nimmt Bürgermeister Claus Junghanns in der Lese(H)ecke auf dem goldenen Sessel Platz und liest aus dem Märchen „Tief im Wald“ vor. Schwärmt allerdings besonders für die tolle Grafik im Buch, die er auch den etwa ein Dutzend Kindern nicht vorenthalten will, die ihm zuhören.
Richtig Betrieb ist beim Kinderschminken der Flexiblen Jugendarbeit. Nicole Ewert vom Kinder- und Jugendprojekt Omnibus Süd schafft es kaum hochzuschauen. „Wir haben hier bestimmt schon 200 Kinder geschminkt“, lacht Sie, bevor sie den nächsten Pinselstrich auf das Gesicht eines Mädchens setzt.

OB kam vom Hansetag in Riga zur Parknacht

Oberbürgermeister René Wilke wird derweil immer wieder von Frankfurtern angehalten. Einerseits wollen die Menschen seine echten Augen mit denen auf einem Foto von Monika Leonhardt vergleichen. Auch er stand Modell für ihr Kunstprojekt „Augen_Blicke der Doppelstadt“, das bei der Kleinen Parknacht ausgestellt wird.
Anderseits wird das persönliche Treffen auch gleich als Bürgersprechstunde genutzt. Er bekommt Kritik zu hören, aber auch Lob nach einem für ihn wirklich vollgepacktem Tag. Früh um 3 Uhr ist er aus Riga vom dortigen Hansetag losgeflogen, um in Frankfurt an einigen Veranstaltungen teilzunehmen.

Staatskapelle Dresden entlässt Besucher mit „Kleiner Nachtmusik“

Im Umfeld des Lennéparks und im Lennépark selbst sei in der letzten Zeit viel passiert, freut er sich in seiner Eröffnungsansprache zu Kleinen Parknacht. Auch die überraschende 200.000-Euro-Erbschaft des Lennéparks kommt zur Sprache. „Allerdings sind dort noch viele Details zu klären, wofür das Geld wirklich ganz konkret eingesetzt werden darf“, erklärt er.
Dass die Menschen das Fest im Park einfach genießen, bestätigt auch Olav Senger. „Wir sind immer zur Kleinen Parknacht hier, weil es eine schöne Veranstaltung ist, so auch heute“, erklärt der Lehrer. Auf den Wiesen mit den verschiedenen Namen wie Kunstwiese oder Kulturwiese wird spontan zur Musik getanzt, Cocktails werden getrunken und herzhaft in die Btatwurst gebissen. Ein Höhepunkt besonderer Art ist natürlich der Auftritt des Streicher-Quartetts der Staatskapelle Dresden, die mit Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ die vielen Hundert Gäste schon in der Dunkelheit nach Hause entlassen.