Für ihr Kunstprojekt „Raum für Gedanken“ befragen sie an diesem Tag Frankfurter über ihr Leben an der deutsch-polnischen Grenze. Einer davon ist der 32-Jährige. Anderthalb Jahre führte er mit seiner Freundin aus Berlin eine Fernbeziehung, ehe er nach Deutschland zog. Mittlerweile lebt er in Frankfurt, macht seinen Master in Kulturmanagement und arbeitet für das Brandenburgische Staatsorchester. Warum er nicht in Berlin wohnt? „Manchmal ist es besser, der Kopf der Maus zu sein als der Schwanz des Elefanten“, sagt er lachend. „Ich bin glücklich hier.“ Er sieht kritisch, dass fast alle seiner Kommilitonen in Berlin leben. 
Während Anna Dejewska sich mit ihm unterhält, sucht Kathrin Ollroge nach Fotomotiven. Die Bilder zusammen mit den verschriftlichten Interviews werden im September in Berlin bei einer Ausstellung und szenischen Lesung gezeigt. Bis dahin müssen einige der Interviews erst einmal übersetzt werden – denn die beiden Frauen aus Potsdam haben nicht nur Frankfurter, sondern auch Słubicer Bewohner befragt.
Eine Polin erzählt zum Beispiel, dass sie in der Nähe von Frankfurt lebt, ihre Kinder in Frankfurt die Kita besuchen und der Austausch gut funktioniere. Andere wünschen sich öfter Feste mit dem Nachbarn und dass an Wochenenden mehr Studierende in Frankfurt bleiben.
Anna Dejewska und Kathrin Ollroge arbeiten im Kunsthaus „Rechenzentrum“ in Potsdam. Kathrin Ollroge hat das Projekt bereits an vielen Orten durchgeführt, etwa in Bad Freienwalde, Buckow und Prötzel im vergangenen Jahr. Träger ist der Berliner Verein Blickwechsel, polnischer Partner die Poznańska Fundacja Artystyczna. Gefördert wird es aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.(sam)