Beim Telefonforum des Frankfurter Stadtboten hatte Möller am vorigen Donnerstag erklärt, man könne doch nicht Rentner Streife durch den Lennépark laufen lassen und gegen Kriminelle „in den Kampf schicken“. Noch dazu ohne Schutzausrüstung. Das sei allein Aufgabe der Polizei und des Ordnungsamtes, die mehr Präsenz zeigen müssten.
Dabei gibt es das Modell der Sicherheitspartner in Brandenburg bereits seit 1994. Ende 2016 waren im Land 461 Sicherheitspartner in 71 Sicherheitspartnerschaften aktiv. Sie nehmen keine Aufgaben der Polizei oder Behörden wahr, sind unbewaffnet und handeln nach sogenannten Jedermannsrechten. Mitte 2017 besserte das Land bei den Rahmenbedingungen noch einmal nach. Die Ehrenamtler werden nun angemessener unterstützt. Sie erhalten beispielsweise eine geringe Aufwandsentschädigung in Höhe von monatlich 30 Euro, werden geschult, sind unfallversichert. In Frankfurt bewerben sich Hartmut Ahrens, Sonja und Peter Gudlowski, Sophie Jarmuszkiewicz, Christian Lehmann, Josef Lenden und Carsten Scharf für die Aufgabe. Sie stehen auf einer Vorschlagsliste für die Tätigkeit als Sicherheitspartner im Bereich des Lennéparks, über die am kommenden Donnerstag die Stadtverordneten entscheiden sollen.
Die Polemik von Wilko Möller halten die sieben Angesprochenen für völlig unangebracht. Denn ganz unabhängig von der Landesinitiative setzen sie sich bereits seit Jahren für den Lennépark ein. „Wir sind keine Bürgerwehr und wollen auch nicht die Polizei ersetzen“, erklärt Sonja Gudlowski. „Geschweige denn sind alle unsere Mitstreiter Rentner. Die meisten von uns sind berufstätig.“
Mit der Sicherheitspartnerschaft wollen sie vor allem mit für Ordnung und Sauberkeit im Lennépark sorgen. In der Vergangenheit hätten sie bereits 16 Müllspaziergänge organisiert. Den letzten erst am vergangenen Sonnabend. Gerade hier passiere es auch immer wieder, dass sie provoziert werden, etwa, wenn jemand frage, ob das Strafarbeit sei, oder direkt neben ihnen Müll fallen lasse. „Wir hoffen auch mit den geplanten Schulungen zu lernen, wie man am besten auf solche Vorfälle reagiert“, erklärt Sonja Gudlowski.
Stimmen die Stadtverordneten der Vorschlagsliste zu, überprüft die Polizei zunächst, ob die Freiwilligen für die Aufgabe geeignet sind. Anschließend ist eine erste Einweisung durch das Revier Frankfurt geplant. „Im Prinzip machen wir gerade für den Lennépark genau das gleiche, wie schon seit vielen Jahren“, erläutert sie. Allerdings bringe die Sicherheitspartnerschaft für die ehrenamtlich Aktiven nun mehr Sicherheit mit sich. „Anscheinend weiß Wilko Möller nicht wirklich, was wir machen“, sagt Sonja Gudlowski. Zudem gebe es schon Sicherheitspartner in der Stadt, die etwa Veranstaltungen  absichern.
Auch Ordnungsdezernent und CDU-Oberbürgermeisterkandidat Markus Derling gibt dem AfD-Kontrahenten Contra: „Ich bin erstaunt, wie wenig ein Bundespolizist über diese Initiative Bescheid weiß. Sicherheitspartnerschaften gibt es schon seit vielen Jahren und sind eine Initiative des Landes und nicht der Stadt“. Wenn sich Frankfurter dazu bereit erklärten, „dann sollte man diese Bereitschaft auch annehmen, unterstützen und wertschätzen“, erklärt Derling.
Sicherheitspartner seien ein Baustein für die Stärkung des Sicherheitsgefühls in der Stadt, heißt es auch in der Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung. Ihre Präsenz könne Ordnungswidrigkeiten vorbeugen und potenzielle Täter abschrecken. Auch seien die Hinweise der Sicherheitspartner, zum Beispiel beim Erkennen von Gefahren oder dem Beobachten von Straftaten, für die Arbeit der Polizei und der Ordnungsbehörde „von immanenter Bedeutung und daher unerlässlich“.