"Gefahr an Straßenbahn-Haltestellen", hatte der Stadtbote vergangene Woche getitelt und darüber berichtet, dass an einigen Haltestellen das Ein- und Aussteigen wegen durchfahrender Autos oft gefährlich ist. Und am Beispiel Dresden hatten wir gezeigt, dass schon mit einfachen und kostengünstigen Mitteln für eine Übergangszeit für mehr Sicherheit gesorgt werden könnte - nämlich mit Warntafeln vor den Haltestellen und mit großflächigen Fahrbahnmarkierungen.
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In der Stadtverwaltung stoßen diese Vorschläge auf offene Ohren. Und die Verwaltung hat auch selbst Maßnahmen ergriffen. Beispielsweise in der August-Bebel-Straße. Dort wurde bereits Mitte vergangener Woche die Ampelschaltung an der Haltestelle Gerhart-Hauptmann-Straße (vor der Erich-Kästner-Grundschule) verändert. Vorher war es so, dass die stadtauswärts fahrende Bahn in die Haltestelle einfuhr und die Ampel erst zwei Sekunden später auf Rot schaltete. Und immer wieder Autos durchfuhren.
Jetzt ist es so, dass die Ampel bereits, während die Bahn sie passiert, auf Gelb und dann Rot schaltet. Womit die Autofahrer gezwungen werden, vor der Ampel zu halten. Am Montag fuhren zwar immer mal wieder Autos bei "Dunkelgelb" durch, aber die meisten hielten sich an das Haltegebot bei Gelb. Zusätzlich wurde ein gelbes Blinklicht für Linksabbieger installiert.
Mit dieser Neuregelung wird gleichzeitig eine Unfallstelle entschärft - jene in Höhe der Einmündung Dr.-Ernst-Ruge-Straße. Hinter dieser Einmündung wird die August-Bebel-Straße verengt, weil das Parken am Fahrbahnrand gestattet wird. Etliche Autofahrer beschleunigen dort, um schnell noch an der Straßenbahn vorbeizuhuschen, oder übersehen die Bahn beim Spurwechsel. Die Folge: mehrere Unfälle im Jahr, und dann immer mit erheblichem Sachschaden.
"Jetzt erreichen wir, dass die Straßenbahn die Gefahrenstelle vor den Autos passiert", erklärt Reiner Bickel, in der Stadtverwaltung für die Ampeln verantwortlich. "Die Ampel an der Haltestelle Gerhart-Hauptmann-Straße schaltet erst fünf Sekunden, nachdem die Bahn abgefahren ist, auf Grün." Damit haben nicht nur die Fußgänger mehr Zeit, die Straße zu überqueren. Damit bekommt auch die Bahn genug Vorlauf, die Kreuzung mit der Rathenaustraße und dann die Einmündung Rugestraße vor den Autos zu passieren. Das alles funktioniert rechnergesteuert. Und je nachdem, wie lange die Bahn in der Haltestelle steht, dauert dort die Rotphase mal 17 und mal 27 Sekunden. "Wir setzen damit eine Forderung der Verkehrsunfallkommission der Stadt um", so Reiner Bickel.
Eine der gefährlichsten Straßenbahn-Haltestellen ist die Haltestelle Kleist Forum in der Heilbronner Straße. Direkt hinter einer Kurve gelegen, ist sie schwer zu erkennen. Fast bei jedem Halt rollen Autos durch. Ideen für eine bessere Kenntlichmachung gibt es durchaus. Ein Vorschlag Reiner Bickels: "Wir stellen schon vor der Kurve eine LED-Tafel auf. Diese zeigt oben ein Warnzeichen für die Straßenbahn und unten abwechselnd ein Haltestellenschild und einen Rechtsabbiegerpfeil." Nähert sich eine Bahn, fangen die Zeichen sowie zwei gelbe Lampen über der Tafel an zu blinken."Wir sind da noch ganz am Anfang", sagt Reiner Bickel.
Denn: So eine Tafel kostet viel Geld. Und bis zu einer Realisierung könnten Fahrbahnmarkierungen und Warnschilder helfen.
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Durchgerauscht: Während am Kleist Forum Leute ein- und aussteigen, fahren zwei Autos einfach durch. Fotos (2): MOZ/Frank Groneberg
Mehr Sicherheit: Die Ampel vor der Haltestelle Gerhart-Hauptmann-Straße schaltet bereits auf Gelb, während die Bahn einfährt.
Stadt verbessert Ampelschaltung in der August-Bebel-Straße / Ideen für Kennzeichnung in Heilbronner Straße
Jetzt sind Sie gefragt, liebe Leser. Wie schätzen Sie die Gefahr an den Straßenbahn-Haltestellen ein? Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht? Wo ist die Gefahr besonders groß? Sollten die Haltestellen in einem ersten Schritt mit Warnschildern und mit Fahrbahnmarkierungen zusätzlich gesichert werden? Rufen Sie uns heute von 11 bis 15 Uhr an. Oder schreiben Sie: frankfurt-red@moz.de.