Ganz individuell und doch nicht ohne Stadtführer sollen sich Besucher künftig durch Frankfurt bewegen können und sich nach Lust und Laune Informationen zu Sehenswürdigkeiten anhören - mittels Kopfhörern und Audiodateien. Die Idee für das Projekt "HörMal Frankfurt!" hatten sechs Teilnehmerinnen des postgradualen Studiengangs "Schutz Europäischer Kulturgüter".
"Wir wollen anschaulich Wissen vermitteln", erklärt die Kunsthistorikerin Anja Fielauf das Projekt. Als Zielgruppe haben sie sich Kinder vorgenommen - eine Herausforderung, denn jede Floskel und viele Fachwörter sind hier fehl am Platz. " Kinder sollen früh den Wert von Denkmalen erkennen", so der Wunsch der Restauratorin Kathrin Mikszas.
Um das zu erreichen, sitzen die Frauen nun mit Natalie Gorris zusammen, die ihnen bei der Erstellung der Skripte hilft. Auf dem Tisch liegen Bücher und Zettel, "Was ist was: Architektur" neben Fachzeitschriften. Es entstehen Texte über das Junkerhaus, die Marien- und die Friedenskirche sowie das Rathaus. Geplant ist, Dialoge einzufügen, die Kinder der Friedensgrundschule einsprechen werden. Als Sprecher hat das Projekt den Schauspieler Diether Jäger gewonnen.
Um die Informationen zusammenzutragen, haben sich die Studentinnen eingehend mit den Denkmalen beschäftigt. Noch ganz begeistert sind sie von einem Ausflug in das Dachgebälk der Friedenskirche. Immer wieder müssen sie an ihre Schauplätze zurückkehren, um in ihren Texten wirklich einem inneren Bild zu folgen, schließlich wollen sie die Blicke der Kinder später genau leiten können.
Dem Leiter des Studiengangs, Paul Zalewski, ist es besonders wichtig mit dem Projekt einen Beitrag für die Stadt zu leisten. "Frankfurt hat interessante Denkmale. Um sie zu entdecken, braucht man aber auch besondere Mittel", erklärt er die Wahl der Audiodateien. Im Internet soll man diese künftig kostenlos herunter laden und unterwegs anhören können.
11 170 Euro wird die Umsetzung kosten. Diese Mittel einzutreiben, ist die Aufgabe für die nächsten Wochen. Kooperationspartner sind die Friedensgrundschule, die Städtischen Museen und der RBB. Ziel ist es, die Informationen im Mai ins Netz zu stellen.