Die Stimme von Gerhard Adolph ist noch immer unverkennbar. Unter Hunderten anderen würde man die bekannte Adi-Stimme aus dem DDR-Fernsehen heraushören. Sekündlich wartet man darauf, dass er mit seinem "Mach mit, Mach's nach, Mach's besser" einen Wettkampf eröffnet. Das tut er am Sonntag in der Brandenburghalle auf dem Frankfurter Olympastützpunkt nicht. Denn Höchstleistungen sind eher nicht gefragt beim 27. Großen Sport-und Spielfest der Frankfurter Sportunion.
Adi moderiert hier und da, geht zu den Kindern und hat offensichtlich noch immer viel Spaß. Im September wird er 80 Jahre alt. Das mache ihm weniger Sorgen. Vielmehr frage er sich, wo die Zeit geblieben sei, erzählt Adi auf dem Sportfest. Freilich taugt der ehemalige Leistungssportler immer noch als Vorbild. Denn auch mit fast 80 Jahren macht er regelmäßig Sport. Im Einkaufstempel Alexa in Berlin kann man ihn zum Beispiel treffen. Aber nicht beim Shoppen, sondern im dortigen Fitnessstudio.
Insgesamt 20 Sportstationen warten auf die Kinder. Am gefragtesten sind die überdimensionalen Hüpfburgen. Wer alle Unterschriften der Stationsbetreuer auf dem Laufzettel beisammen hat, bekommt einen kleinen Preis. "Natürlich drücken wir alle Augen zu, wenn ein Kind das nicht geschafft hat", sagt Cordula Kusnick, die Vereinsvorsitzende des TuS Klingetal. Ein Ball oder eine Frisbeescheibe als Belohnung fürs Mitmachen gibt es dann trotzdem.
25 Helfer des TuS Klingetal sorgen bei der traditionsreichen Veranstaltung für einen reibungslosen Ablauf. "Wir beginnen ja schon Sonnabend mit dem Aufbau", so Cordula Kusnick. Den Helfern macht es trotz des geopferten Wochenendes Spaß. "Viele der Eltern und Kinder, die herkommen, kennen wir von unseren Turnangeboten des Vereins", erklärt sie. Die angebotenen Sportarten versprechen Abwechslung. Eisstockschießen ist darunter, aber auch Rollerrennen, elektronisches Schießen oder Volleyball. Die Eltern vergnügen sich zumeist beim Tischtennis oder beim Federball.
"Hau den Lukas" ist die beliebteste Station für Elias, der gerade in die Halle kommt und sogleich losstürmt. Nicole Kupke ist mit Sohn Adrian zum wiederholten Mal dabei. "Für die Kinder ist es das Paradies", sagt sie. "Die können sich so richtig austoben".
Das hofft auch Tino Buchholz. Der ist in offizieller Mission als Vorstandsmitglied der Frankfurter Sportunion hier, nutzt aber auch mit seiner Familie die Zeit zu Sport und Spiel. "Ein paar mehr Kinder hätten schon noch hier sein können", meint er. Insgesamt ist er aber zufrieden. An jeder Station ist schließlich was los und wenn man von oben auf das Treiben schaue, sehe die Halle gar nicht leer aus.