„Wir beenden dieses Jahr, doch jedes Ende bedeutet auch ein Anfang.“ Mit diesen Worten leitete Moderatorin Claudia Seiring gegen 19.30 Uhr das Jahresfinale des MOZ-Talks mit Musik ein. Ein Satz, der ganz Motto des Abends ist, denn auch die geladenen Gäste werfen einen Blick in die Zukunft.
Unter ihnen Rainer Bret-schneider, der Aufsichtsratschef des  Pleiten-und-Pannenflughafens BER, der  –  wenige Stunden vor seinem 70. Geburtstag – einen aktuellen Blick hinter die Kulissen zuließ  und sich den scharfen Fragen der Hamburger Entertainerin Lilo Wanders stellte. Bretschneider zeigte sich zuversichtlich, dass er von der BER-Startbahn aus, noch 2020, in den Urlaub fliegen wird.
Doch die Überraschung des Abends war für viele der 22-jährige Vincent Gross, bekennender Schlager-Musiker aus Leidenschaft, der das Publikum schnell in seinen Bann zog und es dazu animierte, mit ihm zu singen. Der Schweizer ist in einer Pfarrersfamilie groß geworden. „Musik wurde bei uns zu Hause immer gemacht“, sagt er. Doch er hatte anfänglich Sorge, dass seine Musik keinen Anklang finden würde und so begann er heimlich, Songs auf YouTube hochzuladen. Mit Erfolg! Heute zählt er zahlreiche Konzerte und Einträge in die Charts zu seinen Erfolgen und hofft auf die große Karriere. Roland Kaiser, Florian Silbereisen und Maite Kelly gehören zu seinen Mentoren.
Eine Musikkarriere ist auch der Traum der Mädchen-Band „Self Control“ aus Frankfurt, die diesen Weg noch vor sich hat. Die fünf 15- und 16-Jährigen performten zwei selbstgeschriebene Songs und den Titel „Boulevard of Broken Dreams“ von Green Day, der übersetzt „Straße der zerbrochenen Träume“ bedeutet. Für die Jugendlichen kein „zerbrochener Traum“: Sie machen Musik, sind erfolgreich in der Schule und wurden von Norbert Leitzke entdeckt, der sie mit allen Mitteln unterstützt.
Doch das geht nicht allen so: Norbert Leitzke wurde viele Jahre vom Jugendamt finanziert, jetzt arbeitet er ehrenamtlich und setzt sich unter anderem für Kinder aus Familien ein, die sich keine Klassenfahrt leisten können. Er richtet seit sieben Jahren das Piratencamp am Helenesee aus, das sich im Gegensatz zu den Schulausflügen, auch Eltern leisten können, denen sonst das nötige Geld fehlt. Er wird als Freund angesehen, zu Jugendweihen eingeladen und führt Kinder mit verschiedenen Schicksalen zusammen, um sie aufzubauen und ihnen Glücksmomente zu schenken.
Freunde geworden sind auch Autor Jasper Fabian Wenzel und  Landarzt Dr. Amin Ballouz. Wenzel wurde an der deutsch-dänischen Grenze geboren. Sein Buch mit dem Titel „Deutschland draussen“ berichtet von Dr. Ballouz, einem gebürtigem Libanesen in der Uckermark, der keine Wurzeln schlägt und überall willkommen ist.
Wie auch Ballouz, zaubert Alla Denisova mit ihren Händen. Mit dem Unterschied, dass sie nicht in der Medizin tätig ist, sondern mit Sand zeichnet. Und so ließ sie das Publikum in eine märchenhafte Weihnachtswelt eintauchen und berührte auch Lilo Wanders mit ihrer Darbietung – einem emotionalem Zusammenspiel von Musik und ihrer Kunst.
Gegen 22.45 Uhr dann das große Finale: „Alle Jahre wieder“ klang es im Großen Saal. Vicent Gross, Lilo Wanders und Claudia Seiring sangen, begleitet von der MOZ-Showband, gemeinsam mit dem Publikum das Weihnachtslied und stimmten  in die besinnliche Zeit ein.  Anschließend gab es auch noch einen Blick auf das, was noch kommt. Denn auch im kommenden Jahr laden die Märkische Oderzeitung und das Kleist Forum wieder zu vier Talk-Abenden ein – mit viel Musik, einer Menge Humor und bekannten Gästen. Der nächste MOZ-Talk findet am 20. März statt.