Nachdem die Frankfurter in diesem Jahr gegenüber 2014 von einer Gebührensenkung profitieren, müssen sie im nächsten Jahr für die Abfallentsorgung wieder etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Stadtverwaltung hat eine Beispielrechnung erstellt. Demnach muss ein Vier-Personen-Haushalt, der seinen Müll über eine 60-Liter-Tonne entsorgt, die einmal im Monat geleert wird, und jährlich 160 Kilogramm Restmüll fabriziert, im nächsten Jahr insgesamt 80,92 Euro für die Abfallentsorgung zahlen. In diesem Jahr sind das 66,77 Euro, so dass die Gebühren nach dieser Beispielrechnung für 2016 um 14,15 Euro oder 21,2 Prozent steigen. Im Vergleich zum Jahr 2014 fällt der Preisanstieg allerdings geringer aus: um 8,53 Euro oder um 11,8 Prozent.
Denn zum Jahresbeginn 2015 waren die Müllgebühren gesenkt worden. Warum? "In den Vorjahren gab es bei den Kosten für die Abfallentsorgung Überdeckungen", erklärt Baudezernent Markus Derling, "diese müssen laut geltendem Recht ausgeglichen werden." Kostenüberdeckung bedeutet in etwa, dass die eingenommenen Gebühren insgesamt höher waren als die tatsächlich entstanden Kosten. Der so entstandene "Überschuss" muss an die Bürger zurückgezahlt werden - selten in Form von Rückzahlungen, meist in Form von Gebührensenkungen. Das heißt, die fürs neue Jahr erwarteten Kosten werden zunächst um den "Überschuss" reduziert und das Ergebnis dient dann als Grundlage zur Gebührenberechnung. "Der Effekt der Überdeckung ist aber jetzt weg", so Markus Derling weiter. Und deshalb hätten die Gebühren für 2016 nach den tatsächlich erwarteten Kosten berechnet werden müssen.
Der Wegfall der Überdeckung ist aber nicht der einzige Grund für die kommende Erhöhung. Die Abfallentsorgung wird 2016 deutlich höhere Kosten verursachen als in diesem Jahr. Allein die Personalkosten werden um 18,84 Prozent steigen - von geplant 250 000 Euro für 2015 auf 297 100 Euro. Außerdem führt die Frankfurter Dienstleistungsholding GmbH, die mit der Entsorgung beauftragt ist, eine neue Gebühr ein: die Behälterwechselgebühr. Diese fällt dann an, wenn jemand eine Tonne anderer Größe bestellt, so dass die Tonne ausgetauscht werden muss.
Günstiger wird die Entsorgung überall da, wo keine regelmäßige Leerung stattfindet - in Kleingärten sowie auf Märkten und bei Veranstaltungen. Die Kosten je Leerung sinken um 6,15 Prozent (240-Liter-Tonne) bzw. um 22,64 Prozent (1100 Liter). Und: Die Grünschnittentsorgung bleibt auch 2016 kostenlos.
Eine Behälterwechselgebühr wird eingeführt, Personalkosten steigen und der Überschuss ist geringer.