In Frankfurt (Oder) kommen Musikfans und Festivalgänger dieser Tage auf ihre Kosten – und dabei sind alle Geschmacksrichtungen dabei. So dürfen sich Freunde des Folk freuen, dass das 2. DeutschFolkFestival nach seiner Premiere im vergangenen Jahr in Jena nun in die Oderstadt kommt. Vom 22. bis 24. September bieten die Kulturmanufaktur Gerstenberg und das Theater des Lachens an der Ziegelstraße ein buntes Programm an.
„Musik mit traditionellen Wurzeln wieder an eine breite Zuhörerschaft herantragen, ohne dabei nationalistische oder rein kommerzielle Interessen zu verfolgen“, das ist die Stoßrichtung. Und so lädt Organisator Thomas Strauch nicht nur in die Gerstenberge Höfe ein, um der Folkmusik zu lauschen, sondern auch, um sich in Workshops einzubringen oder selbst auf der offenen Bühne zu präsentieren.

Neuseeländer trifft Jodel-Lehrerin und räumt mit Klischees zu deutscher Volksmusik auf

■ Auftakt zum DeutschFolkFestival ist am Donnerstag, 22. September, in der Kuma. Um 19 Uhr wird das Festival eröffnet, um 19.30 Uhr beginnt der Film „Sound of Heimat“. In diesem reist ein neuseeländischer Musiker quer durch Deutschland, trifft HipHopper, eine Jodel-Lehrerin und andere Musiker, um deutsche Volksmusik zu verstehen. Die Regisseure Arne Birkenstock und Jan Tengeler beleuchten die auch hierzulande „so weit verbreitete ambivalente Haltung zur Volksmusik und dem eigenen Heimatverständnis: Themen, welche durch die vergangene Ideologisierung und die ‚Heile Welt‘ des Musikantenstadls vielerorts in Vergessenheit geraten sind“, heißt es im Programm. Im Anschluss an den Film gibt es noch gemeinsames Folkliedersingen und um 22 Uhr eine Folksession in der Kuma.
■ Am Freitag lädt das Duo „TradTöchter“ von 15 bis 17 Uhr zum Workshop „Neues aus alten Büchern“, eine Auswahl von Tanzmusik aus deutschen Tanzmusikhandschriften des 18./19. Jahrhunderts, zusammengestellt von Musikern und Organisatoren des Klangrauschtreffens. Der Kurs richtet sich an alle, die ein Instrument spielen und gern gemeinsam alte Tanzmelodien in frischem Gewand spielen möchten. (Anmeldung unter: kontakt@kuma-gb.de).
Der Musik von „Trad Töchter“ können Besucher dann am Sonnabend von 19 bis 20.30 Uhr ebenfalls in der Kuma lauschen.

Pop des Cello-Saxofon Duos trifft bluesigen Deutsch-Folk

■ Am Freitagabend von 19 bis 20.30 Uhr geht es in der Kuma um Verzweiflung und Elend bis hin zu Liebe und Glückseligkeit, mal wird nachdenklich, mal unterhaltsam humorvoll gespielt beim Duo „Meyering und Waterstradt“. Kontrabass, ein Zupfinstrument (Mandoline, Gitarre oder Mandola) und ihre Stimmen – mit diesen Mitteln erschaffen die beiden Sänger einen echten „Bandsound“. Von 20 bis 21.30 Uhr kommen „Land Über & Doc Fritz“ ins Theater des Lachens und bringen „sphärische Klangmalereien“ mit einer Waldzither zusammen. Oder wie sie selbst es beschreiben: Pop des Cello-Saxofon Duos trifft bluesigen Deutsch-Folk. Von 21.30 bis 22.30 Uhr steht in der Kuma dann außerdem Waldzitherpunk auf dem Programm, das die Organisatoren mit „Proletarisch-intellektualistisch-traditionalistisch-progressiver Folk-Punk. Bodenständig und realitätsfern“ ankündigt.
■ Am Sonnabend beginnt das Programm bereits um 12 Uhr mit einem Mitmach-Workshop in der Kuma. Gemeinsam mit „Familie Gerstenberg“ können die monatlichen Empfehlungen der DeutschFolkInitiative gespielt werden. (Anmeldung über kontakt@kuma-gb.de). Von 15 bis 18 Uhr steht eine offene Bühne bereit, für alle, die ihr Können je eine halbe Stunde zeigen wollen. Im Garten der Kuma steht dann ein Podium mit Stühlen und einer Minianlage für Ansagen. Die kleinen Konzerte sollten weitestgehend akustisch gespielt werden, um zwischen den Auftretenden möglichst kurze Umbauzeiten zu haben, bittet der Veranstalter.

Folksession mit freiem Eintritt

■ Im Theater des Lachens spielen am Sonnabendn von 20 bis 22 Uhr „Kokott und Georgi“. Das Duo präsentiert deutsche Balladen „mit einer unglaublichen Instrumentenvielfalt“ und neu komponiert, neu instrumentiert und neu interpretiert, so die Ankündigung. In der Kuma findet sich ab 21.30 Uhr „Familie Gerstenberg“ mit ihrer abwechslungsreichen Tanzmusik ein – „Walzer, Schottisch, Bourrée oder Mazurka, mal kraftvoll als Band gespielt, mal solistisch und fein“. Wie nach jedem letzten Act am Tag schließt sich dem um 22.30 Uhr noch eine Folksession an, zu denen der Eintritt frei ist.
Die Tickets kosten für die Konzerte in der Kulturmanufaktur jeweils 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, und für die Konzerte im Theater des Lachens jeweils 18 Euro, ermäßigt 14 Euro. Der Eintritt zum Film „Sound of Heimat“ beträgt 7 Euro. Verbindliche Kartenreservierung unter Kulturmanufaktur Gerstenberg: kontakt@kuma-gb.de und Theater des Lachens: kontakt@theaterdeslachens.de.