Mit einem Großaufgebot von 25 Menschen war die Feuerwehr Sonntag, kurz nach 0 Uhr, in der Berliner Straße 38/39 im Einsatz. Im Treppenflur brannte ein Stapel Reifen, die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung (MOZ berichtete). Die gute Nachricht: Die etwa 40 Bewohner des Hauses blieben allesamt unverletzt – weil sie genau richtig handelten. "Ein ganz großes Lob an die Mieter. Sie sind alle in ihren Wohnungen geblieben, haben besonnen reagiert und die Türen zum Flur verschlossen gehalten", sagt Wolfgang Welenga, Vorsitzender des Frankfurter Stadtfeuerwehrverbandes. Er war an der Nacht selbst mit vor Ort. "Die Reifen haben in voller Ausdehnung gebrannt. Da entsteht Hitze, viel Rauch und Dreck. Das zieht wie in einem Schornstein nach oben", erläutert Welenga. Wer den Rauch einatme, für den komme oft jede Hilfe zu spät. "Nach drei Atemzügen ist man tot. Die vielen Schadstoffe verträgt die Lunge nicht."
Statt in Panik zu verfallen, riefen die betroffenen Bewohner der Berliner Straße die Feuerwehr, verriegelten die Wohnungstüren und warteten in Ruhe an den Fenstern ab. Bei dem Treppenhausbrand in der Thilestraße Mitte Januar hatten Anwohner dagegen in Panik die Türen offen gelassen und waren auf den Balkon geflüchtet – worüber der Rauch dann abzog. Neun Mieter erlitten damals Rauchgasvergiftungen.
Breche innerhalb der Wohnung ein Brand aus, müsse man natürlich so schnell wie möglich raus, so Welenga. Bei einem Feuer im Treppenflur jedoch heißt es: Ruhe bewahren, Türen zu, Spalte notfalls mit einem Laken abdichten, und auf die Feuerwehr warten. Welenga: "Die Anwohner in der Berliner Straße haben alles richtig gemacht, Kompliment."